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Sexuell übertragbare Krankheiten

(Sexually Transmitted Diseases)

Geschlechtskrankheiten gelten als Tabuthema. Dabei sind Sexuell übertragbare Krankheiten keine Seltenheit. Doch viele Menschen scheuen sich aus Scham dieses Thema beim Arzt anzusprechen.

Das Gesundheitsamt Leer bietet bezüglich sexuell übertragbarer Krankheiten Beratung, Unterstützung und ggf. Untersuchungen an. Diese Angebote können anonym und auch kostenfrei in Anspruch genommen werden.

 

Was sind sexuell übertragbare Krankheiten (STD)?

Sexuell übertragbare Krankheiten sind ein nicht zu unterschätzendes Gesundheitsproblem. Sie werden oftmals nicht erkannt, weil sie häufig wenig Beschwerden verursachen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie harmlos sind, denn sie können zu schweren Allgemeinerkrankungen führen. Eine Vielzahl von Bakterien, Viren, Pilzen und auch Parasiten können beim Geschlechtsverkehr auf den Partner oder die Partnerin übertragen werden. Bedroht sind grundsätzlich alle Personen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern.


Vom Juckreiz bis zum Ausfluss


So nistet sich bei engem Kontakt z.B. die Filzlaus in den Schamhaaren und die Krätzemilbe in der Haut ein. Diese Parasiten machen sich durch einen starken Juckreiz bemerkbar. Eine Geschlechtskrankheit kann Geschwüre oder Pusteln an den Geschlechtsorganen, im Analbereich oder auch in der Mundschleimhaut hervorrufen (z.B. bei der Syphilis oder bei Infektionen mit Herpes-Viren). Sexuell übertragbare Krankheiten können zu entzündlichen Veränderungen am Eintrittsort, also am Urogenitaltrakt, führen. Oft kommt es zu einer Infektion der Harnröhre oder der männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane.

Als Zeichen der Ansteckung kommt es zu Ausfluss aus der Harnröhre oder der Scheide und zu Beschwerden beim Wasserlassen (Jucken, Brennen). Auch Lymphknotenschwellungen in der Leiste können auf eine Infektion hindeuten. Bei einer sexuell übertragbaren Infektion mit dem humanen Papillomvirus (HPV) können sich Warzen an den Geschlechtsorganen oder im Analbereich bilden. Zudem können bestimmte Hochrisiko-HPV-Typen fortschreitende Veränderungen am Gebärmutterhals hervorrufen, die - sofern unerkannt - zu einem Karzinom führen können. Infektionen durch sexuelle Kontakte, die sich nicht unmittelbar an den Geschlechtsorganen bemerkbar machen, werden z.B. durch das humane Immunschwächevirus (HIV) und das Hepatitis-B-Virus (HBV) ausgelöst. 

 

Sexuell übertragbare Krankheiten, die am weitesten verbreitet sind:

Chlamydien-Infektion
Infektionen mit Chlamydien gehören weltweit zu den häufigsten STD bei Männern und Frauen. Chlamydien sind kugelförmige Bakterien, die nur in Wirtszellen überleben können. Viele der Infizierten haben kaum Beschwerden und bemerken daher ihre Entzündung nicht. Leider erhöht sich dadurch das Risiko einer chronischen Erkrankung und einer unbemerkten Verbreitung.
Chlamydien lassen sich sehr effektiv mit bestimmten Antibiotika behandeln. Eine Partnertherapie ist indiziert. Der Arzt wird - je nach Art der Therapie - zwei bis vier Wochen nach der Behandlung einen Kontrollabstrich entnehmen, um das Vorhandensein weiterer Erreger auszuschließen. Nach drei Monaten ist eine weitere Kontrolluntersuchung vorgesehen. Da eine bestehende Chlamydieninfektion den Befall mit zusätzlichen Erregern begünstigt, empfehlen die europäischen Leitlinien, dass jeder Chlamydienträger auch auf weitere sexuell übertragbare Krankheiten untersucht werden sollte.

Tripper (Gonorrhoe)
Tripper ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien verursacht wird. Sie befallen nicht nur die Geschlechtswege und -organe, sondern finden sich abhängig von den sexuellen Vorlieben auch im Rachen oder im Enddarm. Auch dieser Keim kann bei Frauen und Männern zu aufsteigenden Infektionen führen, die mit einer anschließenden Unfruchtbarkeit einhergehen können. In manchen Fällen verläuft die Gonorrhoe hingegen vollkommen symptomlos. Typisch ist allerdings ein gelblich weißer Ausfluss aus Gebärmutterhals oder Penis. In vielen Fällen bemerken die infizierten Frauen ihre Erkrankung nicht. Unter Umständen hält die Infektion so lange an, dass es zu einem chronischen Leiden kommt.
Therapeutisch werden bei Gonorrhoe erfolgreich Antibiotika eingesetzt. Eine Partnertherapie ist indiziert. Nach Abschluss der Therapie muss den europäischen Leitlinien zufolge eine Kontrolle durchgeführt werden.

HIV-Infektion/AIDS
AIDS zählt zu den gefährlichsten sexuell übertragbaren Erkrankungen und wird durch das HI-Virus (Humanes Immunschwäche-Virus) ausgelöst. Das Virus befindet sich in allen Körperflüssigkeiten, besonders hoch konzentriert in Sperma und Blut. Durch kleine, meist nicht sichtbare Verletzungen am Genitale gelingt es den Erregern, in den Organismus einzudringen. Die Infektionsgefahr ist vor allem von der Viruskonzentration des Sekrets abhängig.
Die Diagnose wird anhand der HIV-Antikörper im Blut gestellt. Der Nachweis gelingt im Durchschnitt sechs bis zwölf Wochen nach dem Kontakt. Deshalb ist es wichtig, dass der HIV-Test so schnell wie möglich nach einem Infektionsverdacht durchgeführt und dann nach drei Monaten wiederholt wird (Bestätigungstest). Während dieser Zeit sollte ausschließlich Safer Sex praktiziert werden. Bei einem Kontakt mit virushaltigen Körperflüssigkeiten und der potenziellen Gefahr einer Übertragung des HI-Virus, gibt es die Möglichkeit einer Postexpositionsprophylaxe. Sie ist in den ersten 72 Stunden sinnvoll und besteht in einer mehrwöchigen Anti-Virus-Therapie. Startpakete für die aufwändige Therapie gibt es in den Notfallambulanzen von Krankenhäusern.
HIV/AIDS ist nicht heilbar. Je früher jedoch die Diagnose gestellt wird, desto besser sind die Ärzte in der Lage, zu helfen. Es gibt heutzutage effektive Medikamente, die die Lebensqualität verbessern und die Lebenserwartung verlängern.

Syphilis
Der Erreger der Syphilis ist das Bakterium Treponema pallidum. Die Syphilis wird hauptsächlich bei sexuellen Handlungen durch Schleimhautkontakt und ausschließlich von Mensch zu Mensch übertragen. Während der Schwangerschaft und bei der Geburt kann eine erkrankte Mutter die Infektion auf ihr Kind übertragen (Syphilis connata). Das Erscheinungsbild der Krankheit ist vielfältig. Typisch ist ein Beginn mit schmerzlosen Schleimhautgeschwüren und Lymphknotenschwellungen. In den letzten Jahren wird sie wieder vermehrt beobachtet. Nach der Erstinfektion verbreiten sich die Erreger über die Blutbahn im gesamten Körper. Syphilis wird mit Penicillin behandelt. Mögliche Ausweichantibiotoka, z.B. bei Penicilinallergie, sind Doxycyclin , Tetrazyclin und Erythromycin.

Feigwarzen
Feigwarzen werden durch Humane Papilloma-Viren (HPV) verursacht. Das Virus spielt eine Rolle bei der Entstehung von Krebs an den Geschlechtorganen, hier besonders am Gebärmutterhals und Penis. Man findet aber auch gehäuft HPV-Viren beim Analkarzinom. Die Warzen sind entweder rosenkohlähnlich oder flach, sie kommen in der Regel am Penisschaft oder an den Schamlippen vor und können außerdem bei beiden Geschlechtern um den Enddarm herum auftreten. Zuweilen bilden sich Feigwarzen auch in der Mundhöhle oder im Rachenraum.
Therapeutisch kommen lokale Behandlungen mit speziellen Cremes (mit den Wirkstoffen Podophyllotoxin oder Imiquimod) und Tinkturen in Frage, die chirugische Abtragung mit Laser oder Strom oder eine Kälteanwendung mit flüssigem Stickstoff (Kryotherapie). Die Behandlung ist relativ langwierig. Die europäischen Leitlinien empfehlen, immer auch den Partner auf einen möglichen HPV-Befall untersuchen zu lassen.

Herpes genitalis
Herpes genitalis wird in der Regel durch Herpes Simplex Viren (HSV) Typ II ausgelöst.
Herpesläsionen finden sich am äußeren, aber auch am inneren Genitale oder im Bereich des Afters. Typ II Viren können auch zu Hauterscheinungen in der Mundhöhle führen.
Es gibt keine Heilung für Herpes genitalis. Die Viren überdauern in den Nervenknoten (Nervenganglien). Bei guter Körperabwehr wird das Auftreten von Symptomen unterdrückt, bei schlechter Körperabwehr kann es zu Infektionsrückfällen kommen. Die Behandlung mit antiviralen Mitteln innerhalb von fünf Tagen nach Auftreten der ersten Beschwerden kann die Beschwerden lindern und die Ausbreitung der Bläschen verringern, sodass sie schneller abheilen. Dabei sind Tabletten mit den Virustatika Aciclovir, Famciclovir oder Valaciclovir - jeweils über fünf Tage - nach Einschätzung der europäischen Leitlinien gleichwertig. Zusätzlich werden in der Akutphase eines Herpes genitalis Solebäder und gegebenfalls eine ausreichende Schmerztherapie empfohlen. 

 

 

 

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