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Demografie in Zahlen - Landkreis Leer

Der Landkreis Leer hat in den vergangenen Jahren eine positive Bevölkerungsentwicklung erfahren. Die Einwohnerzahl ist seit der Zensuskorrektur 2011 kontinuierlich angestiegen. Lebten 2011 noch 163991 Menschen im Landkreis Leer, waren es 2015 bereits 167548.

Dennoch macht der demografische Wandel auch vor dem Landkreis Leer nicht halt. Niedrige Geburtenzahlen, steigende Lebenserwartung und moderate Wanderungsgewinne führen zu einem Anstieg der älteren Bevölkerung und bremsen insgesamt das Bevölkerungswachstum.

So liegt beispielsweise die zusammengefasste Geburtenziffer im Landkreis Leer bereits seit 1974 unter dem sogenannten Bestandserhaltungsniveau von 2,1 Kindern pro Frau (im Alter von 15 bis 49 Jahren einschließlich). 2015 lag sie bei rund 1,6 Kindern pro Frau und damit leicht über dem Wert für Niedersachsen und Deutschland (rund 1,5 Kinder pro Frau).

Des Weiteren sind seit 2003 durchgehend mehr Sterbefälle als Geburten im Kreisgebiet zu verzeichnen. Dieses Geburtendefizit steigt seither weiter an und lag 2015 bei minus 553 Personen. Trotz der allgemein steigenden Lebenserwartung (vgl. Statistisches Bundesamt - Lebenserwartung in Deutschland) wird die Zahl der Sterbefälle weiter zunehmen, denn die geburtenstarken Jahrgänge wachsen ins hohe Alter hinein. Damit wird sich auch das Geburtendefizit erhöhen.

Neben dieser natürlichen Bevölkerungsentwicklung nehmen Wanderungsbewegungen Einfluss auf das Bevölkerungswachstum und die Entwicklung der Altersstruktur im Kreisgebiet. Die nachfolgende Abbildung zeigt die Zu- und Fortzüge nach Altersgruppen im Landkreis Leer.

In den dargestellten Jahren lag die Anzahl der Fortzüge insgesamt unter der Anzahl der Zuzüge insgesamt. Die zahlenmäßig größten Wanderungsbewegungen fanden in der Altersgruppe der 30- bis unter 50-Jährigen statt. Ein Vergleich der Wanderungssaldi der oben dargestellten Altersgruppen zeigt, dass bis 2014 Wanderungsverluste in der Altersgruppe der 18- bis unter 25-Jährigen zu verzeichnen waren. Dies ist die Gruppe der sogenannten Bildungsabwanderer. So gab es in dieser Altersgruppe 2015 mehr Zuzüge (122 Personen) als Fortzüge. In den anderen Altersgruppen waren über fast alle Jahre hinweg Wanderungsgewinne zu verzeichnen.

Infolge der zuvor beschriebenen Entwicklungen ist das Medianalter im Landkreis Leer in den vergangenen Jahren angestiegen. Dieser Wert verdeutlicht die zunehmende Alterung der Bevölkerung. Er teilt diese nach dem Alter in zwei gleichgroße Gruppen: 50 Prozent der Bevölkerung sind jünger und 50 Prozent sind älter als das Medianalter. Im Landkreis Leer lag dieser Wert 2007 noch bei 42 Jahren, 2009 bei 43,1 Jahre, 2011 bei 44,3 Jahren und 2014 bereits bei 45,5 Jahren.
Berechnungen der Bertelsmann Stiftung zufolge wird das Medianalter bis 2030 im Landkreis Leer weiter ansteigen auf 49,2 Jahre. Dieses Medianalter wurde auch für Niedersachsen bis 2030 vorausberechnet.

Ein Blick auf die Altersgruppen in der Bevölkerung zeigt, dass der Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtbevölkerung im Landkreis Leer seit Jahren sukzessive abnimmt. Er lag 2006 bei 21,3 Prozent, 2011 bei 18,8 Prozent und 2014 bei 17,9 Prozent. Der Anteil der Personen im Alter von 65 bis 79 Jahren an der Gesamtbevölkerung hingegen nimmt zu. Er lag 2011 bei 15 Prozent und 2014 bei 15,5 Prozent und wird 2030 voraussichtlich bei 20,1 Prozent liegen (Niedersachsen: 19,8 Prozent). Auch der Anteil der 80-Jährigen und älter steigt langsam an. 2011 betrug er 4,8 Prozent, 2014 5,1 Prozent und wird 2030 laut Vorausberechnung bei 7,7 Prozent liegen (Niedersachsen: 8,2 Prozent).

Insgesamt betrachtet gehört der Landkreis Leer demografisch gesehen dennoch zu den stabileren Regionen in Deutschland. Bis 2030 wird mit einem moderaten Bevölkerungswachstum von rund einem Prozent gerechnet (Niedersachsen: minus 1,8 Prozent), allerdings mit der zuvor geschilderten Alterung der Bevölkerung.

Für die aktuellste Bevölkerungsvorausberechnung der Bertelsmann Stiftung aus 2012 für den Landkreis Leer und für elf seiner zwölf kreisangehörigen Kommunen wurden Daten aus 2012 und Vorjahren berücksichtigt. Die jüngsten internationalen Migrationsbewegungen sind demnach dabei nicht einbezogen.

Unter www.wegweiser-kommune.de, einem Informationssystem der Bertelsmann Stiftung für Kommunen, stehen umfangreiche Ist-Daten beispielsweise zur demografischen Entwicklung, zu Bildung, Integration und Arbeitsmarkt für Kommunen in Deutschland mit mehr als 5.000 Einwohnern, sowie je nach Thema auch Prognose-Daten zur Verfügung. Zudem finden sich dort Studien, Handlungsempfehlungen und Beispiele aus der Praxis zur Gestaltung des demografischen Wandels.

Die eigens für den Landkreis Leer erstellen zwei Bevölkerungsprognosen - veröffentlicht 2007/2008 und 2012 - stehen unter www.landkreis-leer.de > Wirtschaft & Bauen > Demografie > Lesenswertes als Downloads zur Verfügung.


Bevölkerungsentwicklung in Deutschland bis 2060

Das Statistische Bundesamt hat bereits die 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung veröffentlicht.
Die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache:

  • 2013 lag die Bevölkerungszahl in Deutschland bei rund 81 Millionen, 2060 wird sie den Berechnungen zufolge selbst bei stärkerer Zuwanderung nur noch bei rund 73 Millionen liegen.
  • Die Zahl der unter 20-Jährigen wird von 14,7 Millionen in 2013 auf zirka 11 bis 12 Millionen in 2060 zurückgehen. Somit wird es 2060 nur halb so viele unter 20-Jährige geben wie 65-Jährige und Ältere.
  • Waren 2013 noch knapp über 49 Millionen Personen im Erwerbsalter zwischen 20 und 64 Jahren, so werden es 2060 auch bei stärkerer Zuwanderung noch rund 38 Millionen sein.
  • In 2013 lebten 4,4 Millionen 80-Jährige und Ältere in Deutschland. Es ist damit zu rechnen, dass 2060 rund 9 Millionen Menschen 80plus sein werden und damit etwa jeder Achte 80 Jahre und älter sein wird.

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