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Ehemalige Jüdische Schule Leer
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Ehemalige Jüdische Schule Leer
Forschen. Lernen. Begegnen. Gedenken.

*** Die Ehemalige Jüdische Schule Leer ist von Donnerstag bis Sonntag in der Zeit von 14 bis 18 Uhr wieder für Besucher geöffnet. ***


Die Ehemalige Jüdische Schule Leer (EJS) ist eine Gedenk- und Begegnungsstätte in Trägerschaft des Landkreises Leer. Als letzter „steinerner Zeuge“ der Synagogengemeinde Leer widmet sie sich dem Gedenken an jüdische Bevölkerung aus dem Landkreis. Zu ihren Kernaufgaben gehören die Erforschung, Vermittlung und Präsentation jüdischer Lokalgeschichte sowie Veranstaltungen zu aktuellem jüdischen Leben in Deutschland. In der Einrichtung werden die Dauerausstellung zur Schule mit Interviewsequenzen ehemaliger Schüler, wie Ilse Polak, Albrecht Weinberg und Manfred Gans, sowie wechselnde Sonderausstellungen gezeigt. Führungen für Schulklassen und interessierte Gruppen sind auf Anfrage gern durchführbar.

Bevorstehende Veranstaltungen

Film »Rosa - eine unsichtbare Frau« und Gespräch mit Farschid Ali Zahedi
06.11.2020 - Theater an der Blinke

Rosa_LazarusFlyer2020_1mm (002)



Ort: Theater an der Blinke in Leer

Voranmeldung unter: kultur@lkleer.de oder telefonisch unter 0491/926 4100/-4101

Eintritt: kostenfrei

Vorher Klezmermusik (draußen bei gutem Wetter) mit Saxophon-Ensemble "Carpe diem", Leitung: Uwe Heger


Zum Projekt „Rosa – Eine unsichtbare Frau/Een onzichtbare Vrouw“

Wer war Rosa Lazarus? Dieser Frage geht das Team von Werkstattfilm e.V. um den Filmemacher Farschid Ali Zahedi in dem deutsch-niederländischen Kooperationsprojekt nach. Die außergewöhnliche Geschichte der in Stapelmoor geborenen und anschließend in Oldenburg lebenden Jüdin Rosa Lazarus ist keine Heldengeschichte, sondern handelt vom Leben und Überleben einer ganz gewöhnlichen Frau. Rosa Lazarus floh vor den Nationalsozialisten in die Niederlande und wurde vom Groninger Theologen Binne Roorda gemeinsam mit sieben anderen Jüdinnen und Juden mehrere Jahre in dessen Haus versteckt.

Zahedi dazu: „Anhand von Rosas Lebenswegs wird ein bisher in der lokalen Geschichtsschreibung des Raums Oldenburg – Ostfriesland – Groningen vernachlässigtes Kapitel beleuchtet und neue Perspektiven für grenzübergreifende und gleichzeitig lokal verwurzelte Erinnerungskultur eröffnet.“

Alle Bestandteile des Projekts erscheinen in einer deutschsprachigen sowie einer niederländischen Version. Kooperationspartner sind u.a. die Jüdische Gemeinde Groningen, ein niederländisches Rechercheteam um Ytje Stevens-Roorda, Klaasjan Pol und Otto Wiersma, sowie die Jüdische Gemeinde Oldenburg.

Das Projekt wird gefördert vom EU Förderprogramm Interreg Deutschland-Nederland, der Stadt

Oldenburg sowie dem Landkreis Leer.

 

Dokumentarfilm

Regie: Farschid Ali Zahedi / D 2020 / Länge: 72 Minuten

Anhand historischer Dokumente, Fotografien, originaler Schauplätze und Berichten von Zeitzeugen zeichnet der Film ein Bild einer ganz gewöhnlichen und unscheinbaren Frau, deren Leben jedoch alles andere als gewöhnlich verlief. Beginnend in Stapelmoor verfolgt der Film die Stationen auf Rosas

Weg und rekonstruiert ihr Lebensumfeld sowie die Umstände, die ihr Leben prägten.

Die unverheiratete Rosa Lazarus lebte ab den 1920er Jahren als Haushälterin in Oldenburg bei ihrem Bruder Samuel, der einen Viehhandel am Damm betrieb. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten begann auch für die Familie Lazarus die Entrechtung und Verfolgung, von der Samuels Sohn Jan Lawrence im Film als Zeitzeuge eindrücklich berichtet.

In der zweiten Hälfte der 30er Jahre floh Rosa vor den Nationalsozialisten in die Niederlande und lebte zwischenzeitlich wieder auf dem Hof der verstorbenen Eltern in Stapelmoor. Anfang der 1940er Jahre gelangte sie nach Groningen zu ihrer Tante Greetje van Dam und deren Mann Benjamin. Dort führte Rosa den Haushalt, bevor sie zusammen mit der Familie van Dam Unterschlupf bei Binne Roorda fand.

Ausführlich erzählt der Film über die Jahre im Versteck bei Binne Roorda, an die sich der Zeitzeuge Ben van Dam erinnert, der damals im Kindesalter zusammen mit Rosa versteckt wurde. Ytje Stevens- Roorda recherchiert seit Jahren zur Geschichte ihres Großvaters und gibt wertvolle Einblicke in das Leben, den Charakter und die Handlungsmotivation von Binne Roorda. Der mutige Theologe verriet die versteckten Juden nicht und wurde von den Nazis 1945 ermordet. Rosa lebte nach 1945 zunächst an verschiedenen Orten, bevor sie wieder zu ihrem Bruder Samuel nach Oldenburg in die Donnerschweer Straße und dann nach Stapelmoor auf den elterlichen Hof zurückkehrte.

Im Film geben Zeitzeugen aus Stapelmoor sowie aus Rosas familiären Umfeld einen Einblick in ihre Persönlichkeit und ihren Charakter. Wer Rosa Lazarus war, ist jedoch auch am Ende des Films schwer zu beantworten. Rosa war keine Frau, die viele Spuren hinterließ, doch in ihrem Lebensweg führen verschiedene bemerkenswerte Geschichten zueinander. Über die Rekonstruktion der Konstellationen und Umfelder, in denen Rosa sich an bestimmten Punkten ihres Lebens bewegte, gelingt dem Film ein Einblick in ihre Lebensrealität, die geprägt war durch die nationalsozialistische Verfolgung und Vernichtung der Jüdinnen und Juden.

Zahedi dazu: „Rosas Biographie bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für eine Auseinandersetzung mit der komplexen Geschichte von Verfolgung, Flucht und Migration während der NS-Zeit sowie mit der Geschichte des niederländischen Widerstands, die in der Person von Binne Roorda sichtbar wird.“ Der Oldenburger Filmemacher Farschid Ali Zahedi beschäftigt sich seit den 1990er Jahren in zahlreichen Dokumentarfilmen mit der Geschichte des Nationalsozialismus in Oldenburg und Umgebung. Zusammen mit dem Team des von ihm gegründeten Vereins Werkstattfilm macht er Aspekte der regionalen Geschichte einem breiten Publikum zugänglich und bewahrt sie vor dem Vergessen. Als Zahedi vor über fünf Jahren auf den Namen Rosa Lazarus aufmerksam wurde, war so gut wie nichts bekannt über ihre Biografie, die Werkstattfilm dann in den letzten Jahren in einer aufwendigen Spurensuche rekonstruierte.

Zahedi dazu: „Der Film präsentiert die Ergebnisse einer aufwendigen Spurensuche. Sein Anliegen ist es, Rosa Lazarus ein Gesicht zu geben und ihr Schicksal vor dem Vergessen bewahren.“

Sonderausstellung: Rosa - Eine unsichtbare Frau/Een onzichtbare Vrouw«
Vom 07.11.2020 bis 17.01.2021

Flyer: »Rosa - Eine unsichtbare Frau/Een onzichtbare Vrouw«<br><br>


Zum Projekt „Rosa – Eine unsichtbare Frau/Een onzichtbare Vrouw“

Wer war Rosa Lazarus? Dieser Frage geht das Team von Werkstattfilm e.V. um den Filmemacher Farschid Ali Zahedi in dem deutsch-niederländischen Kooperationsprojekt nach. Die außergewöhnliche Geschichte der in Stapelmoor geborenen und anschließend in Oldenburg lebenden Jüdin Rosa Lazarus ist keine Heldengeschichte, sondern handelt vom Leben und Überleben einer ganz gewöhnlichen Frau. Rosa Lazarus floh vor den Nationalsozialisten in die Niederlande und wurde vom Groninger Theologen Binne Roorda gemeinsam mit sieben anderen Jüdinnen und Juden mehrere Jahre in dessen Haus versteckt.

Zahedi dazu: „Anhand von Rosas Lebenswegs wird ein bisher in der lokalen Geschichtsschreibung des Raums Oldenburg – Ostfriesland – Groningen vernachlässigtes Kapitel beleuchtet und neue Perspektiven für grenzübergreifende und gleichzeitig lokal verwurzelte Erinnerungskultur eröffnet.“

Alle Bestandteile des Projekts erscheinen in einer deutschsprachigen sowie einer niederländischen Version. Kooperationspartner sind u.a. die Jüdische Gemeinde Groningen, ein niederländisches Rechercheteam um Ytje Stevens-Roorda, Klaasjan Pol und Otto Wiersma, sowie die Jüdische Gemeinde Oldenburg.

Das Projekt wird gefördert vom EU Förderprogramm Interreg Deutschland-Nederland, der Stadt Oldenburg sowie dem Landkreis Leer.

 

Zur Ausstellung:

Weitere Projektergebnisse sind eine mobile Ausstellung auf 11 Rollups, die ebenfalls in einer deutschen und einer niederländischen Version zur Verfügung steht. Die Ausstellung widmet sich einer systematischen Aufarbeitung der Geschichte von Rosa Lazarus. Sie beleuchtet die verschiedenen Stationen auf Rosas Weg, liefert über den Film hinausgehende Hintergrundinformationen zum historischen Kontext und lädt mit großformatigen Fotos und Originaldokumenten zum genaueren Entdecken ein.

»Materialkoffer Judentum« für den Schulunterricht

Lehrende haben künftig die Möglichkeit, einen Materialkoffer zum Thema Judentum bei der Ehemaligen Jüdischen Schule Leer für den Einsatz im Schulunterricht auszuleihen.

Mit Hilfe von Ritualobjekten wie Gebetsriemen und Chanukka-Leuchter, den dazugehörigen Erklärungen sowie ausgewählter Literatur soll den Schülern jüdische Kultur und Religion vermittelt werden.

Für Reservierungsanfragen bitte per Mail an die EJS wenden: ejs@lkleer.de

»Gedruckter Rundgang durch die EJS«
Ein Projekt von Schüler*innen des Teletta-Groß-Gymnasiums Leer

Schüler*innen des Teletta-Groß-Gymnasiums Leer haben innerhalb ihres Seminarfachs unter der Leitung ihrer Lehrerin Frau Claudia Lax eine Broschüre erstellt, die einen Museumsrundgang durch die einzelnen Räume der Ehemaligen Jüdischen Schule (EJS) in Leer bietet. Das kleine Buch erzählt von der Geschichte des Gebäudes und den Menschen, die dort einst gelernt, gelehrt und gelebt haben. Erwähnung finden ebenfalls Themen zum Denkmalschutz und zur EJS als Kulturdenkmal. Die Arbeit ist im Rahmen des „denkmal aktiv“ Projektes „Die Ehemalige Jüdische Schule als lebendiger Lernort“ von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert worden. Sie ist das Resultat einer einjährigen Auseinandersetzung der Kursteilnehmenden mit jüdischer Regionalgeschichte und deren baulicher Präsenz in der Stadt Leer sowie der heutigen Nutzung der Überreste. Das Projekt wurde fachlich von der EJS, dem Stadtarchiv Leer, der Stadtbibliothek Leer sowie dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege unterstützt. Auf breiter Basis haben Schüler*innen zu geschichtlichen und baulichen Themen recherchiert, Exkursionen z.B. zur Groninger Synagoge und der Gedenkstätte Esterwegen unternommen, ihr Fachwissen erweitert und schließlich ihre Ergebnisse dokumentiert.

Der gedruckte Rundgang lädt dazu ein, die Ehemalige Jüdische Schule Leer eigenständig zu erkunden und hält viele interessante Themen und Details bereit. Gäste erhalten einen großen Einblick in die Geschichte des Hauses und Hinweise zu baulichen Besonderheiten. Die Broschüre ist ab sofort kostenfrei zu den Öffnungszeiten donnerstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr in der Ehemaligen Jüdischen Schule Leer, Ubbo-Emmius-Straße 12, 26789 Leer erhältlich.

Anmerkung: Das Gruppenbild wurde vor der Corona-Pandemie aufgenommen.

Forschen

In der Stadt Leer verortet, aber mit dem Weitblick auf das Kreisgebiet, wird in der Ehemaligen Jüdischen Schule zu Themen jüdischer Geschichte geforscht. Zu Forschungs- und Vermittlungszwecken führt und sammelt die EJS Zeitzeugeninterviews mit regionalem Bezug. Als assoziierte Sammlungsstelle des Visual History Archives der University of Southern Carolina stellt sie Zeitzeugeninterviews zur Verfügung: Visual History Archive, PDF

Projekt “Jüdisches Leben im grenznahen Raum“

Lernen

Als außerschulischer Lernort bietet die Ehemalige Jüdische Schule die Möglichkeit, die Geschichte des Hauses als Teil der Stadtgeschichte zu entdecken und Schülerbiografien kennen zu lernen. Führungen für Schulklassen können, je nach Alters- und Wissensstand, verschiedene Themenschwerpunkte haben:

*Schwerpunkt: jüdische Kultur, Religion und Festtage

*Schwerpunkt: Zeitzeugeninterviews

Derzeit bietet die EJS ein besonderes Seminar mit Exkursion in die Groninger Synagoge an: Seminar & Exkursion, PDF

Begegnen

Als Begegnungsstätte und Plattform soll die EJS dem generationsübergreifenden Austausch dienen. Ziel ist dabei die Verständigung und der Abbau von Stereotypen.

Gedenken

Gedenken und Erinnerung an jüdische Bevölkerung aus dem Landkreis bilden einen wichtigen Schwerpunkt der Einrichtung. Im Rahmen von Sonderausstellungen wird das Thema aufgegriffen.

Barrierefreiheit

Die Ehemalige Jüdische Schule ist barrierefrei zugänglich. Ein Fahrstuhl im Altbau ermöglicht den Gästen barrierefreien Zugang in das Obergeschoss.

Kontakt

Leiterin Ehemalige Jüdische Schule
Ubbo-Emmius-Straße 12
26789 Leer (Ostfriesland)
Karte anzeigen

Telefon: 0491 99920832
E-Mail senden

Postanschrift

Landkreis Leer
Amt für Schule, Bildung und Kultur
Ehemalige Jüdische Schule
Bergmannstraße 37
26789 Leer

Öffnungszeiten

Donnerstag bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Führungen nach Vereinbarung möglich. 

Eintritt und Führungen sind kostenfrei.

"Jüdisches Leben im grenznahen Raum"

Ehemalige Jüdische Schule
Forschungsprojekt »Jüdisches Leben im grenznahen Raum«
Ubbo-Emmius-Straße 12
26789 Leer (Ostfriesland)
Adresse über Google Maps »

Telefon: 0491 99920834
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Das aktuelle Factsheet zum Projekt der Ehemaligen Jüdischen Schule «Jüdisches Leben im grenznahen Raum« gibt es hier zum Herunterladen als PDF:

Factsheet April 2020

Factsheet April 2019

Factsheet Mai 2018