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Ehemalige Jüdische Schule Leer
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Projekt „Jüdisches Leben im grenznahen Raum“

In unserem Newsblog berichten wir über alle aktuellen Geschehnisse, Exkursionen und Informationen zum Projekt „Jüdisches Leben im grenznahen Raum“:
Vorstellung des Forschungsprojektes an derUniversität Potsdam

Am 23.10. haben wir unser Forschungsprojekt an der Universität Potsdam (Lehrstuhl für Neuere und Neuere Deutsch-Jüdische Geschichte) vorgestellt. Dabei ging es zum einen darum, das Projekt auch außerhalb des Landkreises Leer einem wissenschaftlichen Publikum nahezubringen. Zum anderen bot sich damit die Möglichkeit des Austausches auf akademischer Ebene.

2018-10-23 Uni Potsdam Phil.Fak.

Exkursion nach Weener, Bourtange und Winschoten

Am 19. September und 9. Oktober waren wir wieder auf Exkursion.
Im September ging es nach Weener, wo wir durch ein Mitglied des Arbeitskreises Stolpersteine Weener zu den Orten geführt wurden, an denen einst jüdisches Leben zu finden war. Die erste Nennung eines Juden in Weener findet sich in einem Generalgeleitbrief von Graf Ulrich II aus dem Jahr 1645. 1829 wurde die Synagoge geweiht (Zerstörung in der Pogromnacht 1938), 1837 die Lehrerwohnung (1888 Neubau mit Mikwe) und 1853 das Schulgebäude (Schließung 1925) errichtet. Einmal mehr wurde deutlich, dass die jüdische Gemeinde Weener mitten im Ort ihren Platz hatte und vor der Zeit des Nationalsozialismus Teil des Weeneraner Alltags gewesen ist.

Im Oktober führte die Exkursion dann in die benachbarten Niederlande. Auf dem Programm standen Besuche der Orte Bourtange und Winschoten. In der Festung Bourtange siedelten Juden ab dem 17. Jhd. 1842 wurde die Synagoge mit Mikwe erbaut, die heute noch zu besichtigen ist und auch gelegentlich wieder für jüdische Gottesdienste genutzt wird. Der jüdische Friedhof Bourtanges befindet sich außerhalb der Festung. In Winschoten siedelten sich 1683 die ersten Juden an. Um 1900 hatte Winschoten die zweitgrößte jüdische Gemeinde in den Niederlanden nach Amsterdam. 1797 wurde die erste Synagoge gebaut (Langestraat; heute nicht mehr vorhanden); 1854 die zweite (Bosstraat) in einem Ensemble mit Lehrerwohnung und Rabbinatshaus. Bereits 1823 wurde ein eigener jüdischer Friedhof angelegt. Mitten in der Stadt steht ein eindrucksvolles Mahnmal zur Erinnerung an die Opfer der Shoah.

Die Exkursionen dienen dazu, die Informationen über die jüdischen Gemeinden, die im Laufe der Forschungsarbeit aus Literatur und Archivakten zusammengetragen werden, ein bisschen mit Leben zu füllen und ein Gespür dafür zu bekommen, wie die jüdischen Gemeinden Bunde, Jemgum und Weener im Rheiderland und Bourtange, Groningen und Winschoten im Groningerland ausgesehen und funktioniert haben.


Exkursion nach Bunde und Weener

Im Rahmen des Projekts „Jüdisches Leben im grenznahen Raum“ fand am 22. August eine Exkursion nach Bunde statt, bei der es darum ging, die Geschichte der historischen Synagogengemeinde Bunde näher kennenzulernen. Ein Stadtrundgang führte uns zu diversen Häusern ehemals jüdischer Besitzer, zum jüdischen Friedhof, zum Mahnmal zur Erinnerung an die verfolgten Bunder Jüdinnen und Juden und zum Standort der ehemaligen Bunder Synagoge.

Anschließend fuhren wir nach Weener, wo wir uns zum Gespräch mit Franz Marheinecke (Jg. 1928) trafen. Herr Marheinecke berichtete als nichtjüdischer Zeitzeuge von seinen Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend in Weener, die er mit jüdischen Nachbarn und Schulkindern verbrachte.

Letzter Programmpunkt der Exkursion war der Besuch eines der jüdischen Friedhöfe (Graf-Edzard-Straße) in Weener.

Ziel des Projekts „Jüdisches Leben im grenznahen Raum“ ist es, die Migrationsbewegungen jüdischer Bevölkerung aus dem Rheiderland auf deutscher und dem Groninger Land auf niederländischer Seite zu erforschen.


Pressemitteilung vom 26. April 2018

Projekt „Jüdisches Leben im grenznahen Raum“ erforscht erstmals grenzübergreifende Verbindungen jüdischer Gemeinden

Die Ergebnisse der niederländisch-deutschen Initiative werden im Anschluss in einer Ausstellung präsentiert

Seit jeher bestehen enge Verbindungen zwischen dem deutschen Rheiderland und dem Groningerland. Es gibt bis heute Migrationsbewegungen über die Grenzen hinweg. Nicht alle sind bekannt oder gar erforscht. So wurde das Verhältnis zwischen den jüdischen Gemeinden im Grenzraum bislang nicht beleuchtet. Das wird sich jetzt ändern.

Der Landkreis Leer und die „Stichting Folkingestraat Synagoge“ aus Groningen entwickelten dafür das Konzept für ein Forschungsprojekt. Unter dem Titel „Jüdisches Leben im grenznahen Raum“ soll ein Gesamtbild zum jüdischen Leben in der Region entstehen - und zwar aus historischer Perspektive. Erstmals wird ein solches Vorhaben grenzübergreifend realisiert. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf etwa 562.000 Euro.

„Die Finanzierung ist jetzt gesichert“, bestätigt der Leeraner Landrat Matthias Groote. Das Projekt wird im Rahmen des INTERREG V A-Programms Deutschland-Nederland mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von 200.000 Euro gefördert. Die Provinz Groningen und das Niedersächsische Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung steuern jeweils 50.000 Euro bei. Das Projekt wird durch das INTERREG-Programmmanagement bei der Ems Dollart Region (EDR) begleitet.

Matthias Groote hatte sich wegen möglicher Fördertöpfe auch an die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann gewandt. Die Heselerin nahm Kontakt mit dem Auswärtigen Amt auf. Connemann konnte Botschafter Dr. Felix Klein vom Auswärtigen Amt, Sonderbeauftragter für Beziehungen zu jüdischen Organisationen, von dem Projekt überzeugen. Nun konnte sie mitteilen: „Wir werden das Projekt auf Bundesebene mit 87.500 Euro unterstützen.“ Connemann, deren Mutter selbst aus den Niederlanden stammt, betont: „Wir haben eine bewegte jüdische Geschichte in unserer Region. Nun kann diese umfassend recherchiert und erzählt werden – über die Grenzen hinweg“.

Im Mittelpunkt sollen die Wechselbeziehungen zwischen den jüdischen Gemeinden im Rheiderland und den historischen Synagogengemeinden in der Region um Groningen stehen. So soll das Miteinander zum Beispiel an den Verbindungen zwischen Weener, Bunde, Jemgum, Groningen, Winschoten und Bourtange untersucht werden. Die vielfältigen Familien-, Handels-, Wirtschaftsbeziehungen werden zunächst wissenschaftlich erforscht. Die Forschungsergebnisse sollen dann als Teil einer Ausstellung aufgearbeitet werden. Nach der Präsentation der Ergebnisse in der Ehemaligen Jüdischen Schule Leer und in der Provinz Groningen wird diese Ausstellung dauerhaft in der Groninger Synagoge ihren Platz finden.

Kontakt

Leiterin Ehemalige Jüdische Schule
Ubbo-Emmius-Straße 12
26789 Leer (Ostfriesland)
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Telefon: 0491 99920832
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Postanschrift

Landkreis Leer
Amt für Bildung und Kultur
Ehemalige Jüdische Schule
Bergmannstraße 37
26789 Leer

Öffnungszeiten

Donnerstag bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Führungen nach Vereinbarung möglich. 

Eintritt und Führungen sind kostenfrei.

"Jüdisches Leben im grenznahen Raum"

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Forschungsprojekt »Jüdisches Leben im grenznahen Raum«
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Den Factsheet zum aktuellen Projekt der EJS «Jüdisches Leben im grenznahen Raum« gibt es hier zum Herunterladen als PDF!