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Ehemalige Jüdische Schule Leer
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Ehemalige Jüdische Schule Leer
Forschen. Lernen. Begegnen. Gedenken.

Die Ehemalige Jüdische Schule Leer (EJS) ist eine Gedenk- und Begegnungsstätte in Trägerschaft des Landkreises Leer. Als letzter „steinerner Zeuge“ der Synagogengemeinde Leer widmet sie sich dem Gedenken an jüdische Bevölkerung aus dem Landkreis. Zu ihren Kernaufgaben gehören die Erforschung, Vermittlung und Präsentation jüdischer Lokalgeschichte sowie Veranstaltungen zu aktuellem jüdischen Leben in Deutschland. In der Einrichtung werden die Dauerausstellung zur Schule mit Interviewsequenzen ehemaliger Schüler, wie Ilse Polak, Albrecht Weinberg und Manfred Gans, sowie wechselnde Sonderausstellungen gezeigt. Führungen für Schulklassen und interessierte Gruppen sind auf Anfrage gern durchführbar.

Aktuelle Veranstaltungen

Aktuelle Veranstaltungen

Songs und Texte über Fritz Levy
-  27. November

Die Ehemalige Jüdische Schule Leer und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Ostfriesland e.V. laden zu einer Buchvorstellung mit Autor Eckhard Harjes am 27. November in die Räume der Gedenk- und Begegnungsstätte, Ubbo-Emmius-Straße 12 in Leer, ein. Harjes liest ab 19.30 Uhr Auszüge aus seinem Buch „Das Haus in der Schlosserstraße“ vor und präsentiert weitere Texte sowie Lieder, die er über Fritz Levy, Sohn eines jüdischen Viehhändlers, geschrieben hat.

Fritz Levy, selbst bezeichneter „Berufsverbrecher, Viehlosoph und Stabsdirektor“, ist bekannt als der letzte Jude von Jever. Als Sohn eines jüdischen Viehhändlers in Jever geboren und aufgewachsen, ergriff er 1939 die Flucht vor dem Nationalsozialismus und kehrte nach dem Ende des Krieges und der Ermordung seiner Familie zurück in seine Heimatstadt. Dort kämpfte er mit Behörden, früheren Nachbarn und Verfolgern, mit dem Wiederaufbau des väterlichen Betriebes, gegen Rassismus und Intoleranz, und gegen schwere Depressionen. Mitunter als Spinner, Provokateur und Unruhestifter betrachtet, beschäftigt und bewegt er bis heute die Gemüter der Menschen, die ihn kannten. Einer von ihnen ist Eckhard Harjes, der Levy das erste Mal im Alter von 14 Jahren begegnete und bis zu Levys Freitod im Jahr 1982 mit ihm befreundet blieb. „Dieser Mann hat mich in all den Jahren nie mehr losgelassen. Er war irgendwie immer in meinem Kopf", sagt Harjes heute zurückblickend. Die Geschichte Levys hat er in dem Buch „Das Haus in der Schlosserstraße“ festgehalten. Der Eintritt ist frei.

Fritz Levy


„Wat schuckt de pore? Die geheime Marktsprache der Viehhändler"
- Neue Sonderausstellung bis zum 30. November!

Die Ausstellung führt in die Forschungsgeschichte der seinerzeit als Geheimsprache gebrauchten Viehhändlersprache ein. Die Exponate erzählen von den Feldforschungen, Sprecherbefragungen und Entdeckungen seltener Dokumente zu dieser Sondersprache. Geheimnisvolle Wörter, Sätze und Redewendungen lassen die heutzutage weithin verstummte Sprache, die die Viehhändler Hebräisch oder Lausch und Kausch genannt haben, einen Moment lang wieder lebendig werden. Ergänzt wird die Ausstellung durch einen Überblick über die Geschichte des Viehhandels in Leer und die Bedeutung der jüdischen Viehhändler.

Die Ausstellung ist bis zum 30. November 2019 in der EJS zu sehen.

Für freuen uns über Ihren Besuch!

Die Ehemalige Jüdische Schule Leer begrüßt ein neues Gesicht!

Seit Juli ist die Historikerin Christin Sommerfeld als Wissenschaftliche Leiterin des Hauses tätig und vertritt damit Susanne Bracht, die im Frühling 2020 zurückkehren wird.

Christin Sommerfeld ist aus Berlin zu uns gekommen, wo Sie zuletzt ein umfangreiches Zeitzeugen-Projekt betreut hat, in dem alteingesessene Berliner von ihren Erfahrungen in der Zeit des Nationalsozialismus, von Krieg, Flucht und Verfolgung, und dem Leben in der geteilten Stadt erzählen.

Ihr Studium hat Sie in Heidelberg absolviert, wo sie sich neben der Geschichtswissenschaft auch mit der Germanistik befasst hat. Dabei hat sie ihr besonderes Interesse für die jüdische Geschichte entdeckt und ist nach dem Ende ihres Studiums nach Israel gereist. Ein Zeitzeugengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Shulamith Ben-Dror wurde zu einem prägenden Einschnitt in ihrem Leben und der Initiator für viele weitere Israel-Reisen und Begegnungen.

In ihrer Berufung als Historikerin ist ihr das Bewahren der Geschichten von Menschen und somit das Erinnern und Gedenken an ihre Lebenswege und Schicksale ein wichtiges Anliegen.

Für Ihre Zeit an der EJS und in Leer wünschen wir ihr alles Gute!

»Materialkoffer Judentum« für den Schulunterricht

Lehrende haben künftig die Möglichkeit, einen Materialkoffer zum Thema Judentum bei der Ehemaligen Jüdischen Schule Leer für den Einsatz im Schulunterricht auszuleihen.

Mit Hilfe von Ritualobjekten wie Gebetsriemen und Chanukka-Leuchter, den dazugehörigen Erklärungen sowie ausgewählter Literatur soll den Schülern jüdische Kultur und Religion vermittelt werden.

Für weitere Informationen und Reservierungsanfragen kann Christin Sommerfeld per Mail unter christin.sommerfeld@lkleer.de oder per Telefon 0491 99 92 08 32 kontaktiert werden.

Forschen

In der Stadt Leer verortet, aber mit dem Weitblick auf das Kreisgebiet, wird in der Ehemaligen Jüdischen Schule zu Themen jüdischer Geschichte geforscht. Zu Forschungs- und Vermittlungszwecken führt und sammelt die EJS Zeitzeugeninterviews mit regionalem Bezug. Als assoziierte Sammlungsstelle des Visual History Archives der University of Southern Carolina stellt sie Zeitzeugeninterviews zur Verfügung: Visual History Archive, PDF

Projekt “Jüdisches Leben im grenznahen Raum“

Lernen

Als außerschulischer Lernort bietet die Ehemalige Jüdische Schule die Möglichkeit, die Geschichte des Hauses als Teil der Stadtgeschichte zu entdecken und Schülerbiografien kennen zu lernen. Führungen für Schulklassen können, je nach Alters- und Wissensstand, verschiedene Themenschwerpunkte haben:

*Schwerpunkt: jüdische Kultur, Religion und Festtage

*Schwerpunkt: Zeitzeugeninterviews

Derzeit bietet die EJS ein besonderes Seminar mit Exkursion in die Groninger Synagoge an: Seminar & Exkursion, PDF

Begegnen

Als Begegnungsstätte und Plattform soll die EJS dem generationsübergreifenden Austausch dienen. Ziel ist dabei die Verständigung und der Abbau von Stereotypen.

Gedenken

Gedenken und Erinnerung an jüdische Bevölkerung aus dem Landkreis bilden einen wichtigen Schwerpunkt der Einrichtung. Im Rahmen von Sonderausstellungen wird das Thema aufgegriffen.

Barrierefreiheit

Die Ehemalige Jüdische Schule ist barrierefrei zugänglich. Ein Fahrstuhl im Altbau ermöglicht den Gästen barrierefreien Zugang in das Obergeschoss.

Kontakt

Wissenschaftliche Leiterin Ehemalige Jüdische Schule
Ubbo-Emmius-Straße 12
26789 Leer (Ostfriesland)
Karte anzeigen

Telefon: 0491 99920832
E-Mail senden

Postanschrift

Landkreis Leer
Amt für Bildung und Kultur
Ehemalige Jüdische Schule
Bergmannstraße 37
26789 Leer

Öffnungszeiten

Donnerstag bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Führungen nach Vereinbarung möglich. 

Eintritt und Führungen sind kostenfrei.

"Jüdisches Leben im grenznahen Raum"

Ehemalige Jüdische Schule
Forschungsprojekt »Jüdisches Leben im grenznahen Raum«
Ubbo-Emmius-Straße 12
26789 Leer (Ostfriesland)
Adresse über Google Maps »

Telefon: 0491 99920834
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Das aktuelle Factsheet zum Projekt der Ehemaligen Jüdischen Schule «Jüdisches Leben im grenznahen Raum« gibt es hier zum Herunterladen als PDF:

Factsheet April 2019

Factsheet Mai 2018