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Krötenwanderung
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Kröten und Frösche wandern wieder

Ehrenamtliche Naturschützer und Kommunen wie die Gemeinde Westoverledingen und der Landkreis Leer, helfen auch in diesem Jahr wieder, zahlreiche Kröten bei ihrer Reise zu den Laichgewässern zu unterstützen.

Mit steigenden Temperaturen zum Ende des Winters machen sich Kröten und Frösche nach der Winterstarre auf den Weg von ihren Überwinterungsquartieren zu den Laichplätzen, an denen sie geboren wurden, um dann für Nachwuchs zu sorgen. Den Winter verbringen die heimischen Amphibien in frostsicheren Verstecken an Land oder im Schlamm vergraben auf dem Grund von Teichen. Sobald die Temperaturen auch nachts dauerhaft über fünf Grad Celsius steigen und warmer Regen einsetzt, beginnt die Wanderung. Vor allem die Erdkröte tritt bei feuchtwarmer Witterung plötzlich zu Hunderten auf.

Zwischen Winterquartier und Laichgewässer müssen die Amphibien teilweise recht lange Strecken zurücklegen. Besonders gefährdet sind die Tiere beim Überqueren von Straßen durch den vorbeifahrenden Verkehr.

Leitzäune schützen vor Verkehrstod

Aus diesem Grund werden im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde im Landkreis Leer auch in diesem Jahr wieder an bekannten Wanderungsstrecken mit relativ großen Populationen zum Schutz der Amphibien bis zu 60 Zentimeter hohe Zäune parallel zur Straße aufgebaut. Damit werden die Amphibien daran gehindert, die Straße zu überqueren.

Ehrenamtliche Betreuer kontrollieren die Amphibienleitzäune täglich und tragen die Tiere sicher über die Straße. Mit dieser Maßnahme werden jedes Jahr zahlreiche Amphibien vor dem sicheren Tod durch Überfahren gerettet.

Autofahrer werden vom Naturschutzamt gebeten, Rücksicht auf die wandernden Tiere zu nehmen und bis etwa Mitte April in Streckenabschnitten mit Krötenwanderungen die Fahrgeschwindigkeit zu reduzieren. An Strecken mit Amphibienleitzäunen ist auch damit zu rechnen, dass die Betreuer in Dämmerung und Dunkelheit die entsprechenden Straßenabschnitte überqueren.

Ehrenamtliche Helfer gesucht 

Durch den täglichen Einsatz der ehrenamtlichen Helfer und der Bundesfreiwilligen beim Landkreis Leer, ist es möglich, auch in diesem Jahr wieder hunderte von Kröten und Fröschen vor dem Verkehrstod zu bewahren.

Sollten weitere Menschen Interesse haben, sich an einer solchen Aktion zu beteiligen, können Sie sich bitte an die Untere Naturschutzbehörde, Telefon 0491 926-1447, wenden.

15 von 19 Amphibienarten gefährdet

In Niedersachsen sind insgesamt 19 Amphibienarten heimisch, von denen 15 als gefährdet gelten, darunter auch die Rotbauchunke, die Geburtskröte, die Knoblauchkröte und die Kreuzkröte. Alle niedersächsischen Amphibien sind daher „besonders geschützt“, einige von ihnen gehören sogar zu den „streng geschützten“ Arten.