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Tierkrankheiten und Tierseuchen

Aktuelle Informationen

Geflügelpest

Aufhebung des Sperrbezirks (20. April 2021)

Der zum Schutz gegen die Geflügelpest vom 30.03.2021 festgelegten Sperrbezirk für den Bereich um den Ausbruchsbetrieb in der Stadt Emden ist aufgehoben. Weitere Ausbrüche wurden im Sperrbezirk seitdem nicht verzeichnet.

2021-04-20_Allgemeinverfügung Aufhebung Sperrbezirk Ausbruch EMD (PDF, 286 kB)

Aufstallpflicht unbedingt einhalten (15. April 2021)

Appell an Geflügelhalter: Aufstallpflicht unbedingt einhalten Landkreis Leer weist auf Gefahren der Geflügelpest hin / Veterinäramt kündigt Kontrollen an

Der Landkreis Leer appelliert erneut dringend an alle Geflügelhalter, die angeordnete Aufstallpflicht unbedingt einzuhalten. Gleichzeitig kündigt das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelkontrolle an, dass verstärkt kontrolliert wird und bei Verstößen empfindliche Bußgelder verhängt werden.

Seit dem vergangenen Herbst tritt in ganz Norddeutschland vor allem bei Wildvögeln die Geflügelpest auf. Deshalb ist im November 2020 die Aufstallung von Geflügel im gesamten Kreisgebiet angeordnet worden. Die Tiere sind dabei in geschlossenen Ställen unterzubringen oder unter einer Vorrichtung, die bestimmte Voraussetzungen erfüllt: Die Vorrichtung muss aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung bestehen, und sie muss mit einer gesicherten Seitenbegrenzung versehen sein, die ein Eindringen von Wildvögeln verhindert. "Ausnahmen sind nur im Einzelfall und nach vorheriger Genehmigung möglich", teilt der Landkreis mit. Die Regelung betrifft auch Hobbyhalter mit Kleinstbeständen.

Im Veterinäramt gehen regelmäßig Hinweise ein, dass Geflügel weiter frei umherlaufen kann. Diese Hinweise führen in der Regel zu Ordnungswidrigkeitenverfahren, in deren Rahmen Bußgelder gegen die Tierhalter festgesetzt werden.

Weil das Virus weiterhin in der Wildvogelpopulation grassiert und insbesondere sehr viele Wildvögel am Dollart verenden, birgt das Laufenlassen von Geflügel im Freien eine große Gefahr:  Das Virus kann in den eigenen Bestand eingetragen werden und sich darüber hinaus auch in andere Hausgeflügelbestände verbreiten. Deshalb betont das Veterinäramt: "Die Umsetzung der Aufstallpflicht ist ein wirksames Instrument, dieser Gefahr vorzubeugen."

Wildvögel nicht einfangen (14. April 2021)

Aktuelle werden zahlreiche Gänse, Enten, Greifvögel oder andere Wildvögel gesichtet, welche Krankheitserscheinungen wie Teilnahmslosigkeit, fehlendes Fluchtverhalten, Abgeschlagenheit oder zentralnervöse Störungen zeigen und dem Tode nah erscheinen oder sogar bereits verendet sind. Dieses hängt mit den derzeit in der Wildvogelpopulation (vor allem Gänsepopulation) stark verbreiteten Infektionen mit dem Vogelgrippevirus zusammen. Das Leid der Tiere ruft bei vielen Menschen den Wunsch hervor, dem Tier helfen zu wollen oder es wenigstens schmerzfrei vom Leid erlösen lassen zu wollen, was verständlich ist.  Aus diesem Grunde wurden in den letzten Tagen immer wieder erkrankte Gänse und andere Vögel von Bürgern aufgegriffen und in Transportkäfigen zu Polizeistationen gebracht, damit die Polizeibeamten sich darum kümmern, dass das Leid der Tiere beendet wird.

Das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung möchte aber an die betreffenden Bürger appellieren, in einem solchen Fall sehr besonnen zu reagieren!

Das Einfangen und das Transportieren dieser Vögel durch einen helfenden Bürger bedeutet für jenes Tier vor allem erst einmal das Erleben von extremen Stress, da es aufgrund der Erkrankung nicht mehr ausreichend Kraft hat, seinen Fluchtinstinkt umzusetzen. Wenn ein erkrankter Vogel gegriffen wird hat er Todesangst, da er nicht zwischen „helfenden Menschen“ und „Fressfeind“ unterscheiden kann. Oftmals versterben die Tiere sogar aufgrund des hohen Stresses im Schock. Das Leid des Tieres, welches also bei diesem Hilfeversuch ausgelöst wird, steht in keiner Relation zu dem Nutzen, da das Tier in diesem Stadium der Erkrankung versterben wird. Ein Heilungsversuch ist dann aussichtslos.

Hinzu kommt die Gefahr der Eigengefährdung (Finder) und der Fremdgefährdung (Menschen in der Polizeistation oder Andere). Auch wenn das Vogelgrippevirus den Vogel als natürlichen Wirt hat, so ist es dennoch nicht ausgeschlossen, dass sich ein Mensch bei einem Vogel, der viel Virus ausscheidet, durch den engen Kontakt, der beim Einfangen entsteht, bei dem Tier ansteckt. Hinzu kommt, dass das Tier auch andere Erreger ausscheiden kann, welche bei den Menschen auch zu Erkrankungen führen könnten.

Weiterhin gilt zu beachten, dass es sich oftmals um „jagdbares“ Wild handelt, das man sich nicht einfach aneignen darf, da dann der Tatbestand der Wilderei vorläge.

Aus den genannten Gründen ist es geboten, ein erkranktes Tier am Fundort zu belassen, es mit Sicherheitsabstand zu beobachten und wenn man aufgrund der Gegebenheiten denkt, dass das Tier nicht den natürlichen Abläufen der Natur (Krankheit und gegebenenfalls Tod) überlassen bleiben kann, dann die Polizei, das Naturschutzamt (bei geschützten Tieren), das Veterinäramt oder bei Tieren, die dem Jagdrecht unterliegen, den zuständigen Jagdpächter zu informieren, damit von dort die weiteren Maßnahmen fachlich begründet entschieden werden können.

Geflügelpest: Verendete Wildvögel an der Ems-Deichlinie angespült (9. April 2021)

Insbesondere an der Deichlinie des Rheiderlands, das als Rast- und Durchzugsgebiet für Wassergeflügel eine hohe Wildvogeldichte aufweist, sind viele verendete Wildvögel angeschwemmt worden. Allein am heutigen Freitag sind gut 150 Tiere aufgefunden worden. Die verendeten Tiere werden zurzeit eingesammelt.
Das Veterinäramt des Landkreises Leer geht davon aus, dass die Todesursache  auf die Geflügelpest zurückzuführen ist. Entsprechende Untersuchungen sind eingeleitet worden.

Bei Wildvögeln ist der Fundort der toten Tiere und der Ort ihrer Ansteckung aufgrund der unterschiedlichen Futteraufnahme- und Raststätten selten identisch. Das Geflügelpestvirus lässt sich daher nicht räumlich eingrenzen.

Weiterhin grassiert das Virus trotz der fortgeschrittenen Jahreszeit immer noch massiv in der Wildvogelpopulation.

Auch wird das Risiko der weiteren Ausbreitung des Virus durch das Friedrich-Löffler-Institut immer noch als hoch eingeschätzt. Es ist daher davon auszugehen, dass weiterhin nicht nur an der Deichlinie von Dollart und Ems, sondern auch im Hinterland verendete Tiere aufgefunden werden.

In Anbetracht der aktuellen Funde und des damit einhergehenden Risikos appelliert der Landkreis Leer:

  • Meiden Sie die betroffenen Gebiete, insbesondere entlang der gesamten Ems-Deichlinie. Verzichten Sie auf Spaziergänge und Fahrradtouren durch dieses Gebiet. Das gilt auch für die dort verlaufenden Wirtschaftswege.
  • Führen Sie Ihre Hunde grundsätzlich an der Leine.
  • Achten Sie darauf, dass es zu keinem Kontakt mit verendeten beziehungsweise verendenden Tieren kommt.

Sperrbezirk eingerichtet (30.03.2021)

In einer Geflügelhaltung in der Stadt Emden wurde am 28.03.2021 ein Ausbruch der Geflügelpest amtlich festgestellt. Um die Ausbreitung der Tierseuche zu verhindern, wurden ein Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet eingerichtet, innerhalb derer für Geflügelhaltungen und -transporte weitere Auflagen gelten. Aufgrund der Lage des Ausbruchsbetriebs befinden sich Teile dieser Restriktionsgebiete auch im Leeraner Kreisgebiet. In diesem Zusammenhang weist die Kreisverwaltung außerdem erneut darauf hin, dass die im November 2020 angeordnete Aufstallung von Geflügel für den gesamten Landkreis Leer auch außerhalb der o. g. Restriktionszonen weiter gilt.

Zur interaktiven Karte

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2021-03-30_Allgemeinverfugung Einrichtung Sperrbezirk und Beobachtungsg... (PDF, 593 kB)


Weiterhin Stallpflicht für Geflügel (4.3.2021)

Das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung des Landkreises Leer weist darauf hin, dass die Aufstallpflicht für Geflügel weiterhin gültig ist. Sämtliches gehaltenes Geflügel ist dabei in geschlossenen Ställen oder unter einer Vorrichtung, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung und mit einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenbegrenzung bestehen muss, unterzubringen. Ausnahmen sind nur im Einzelfall und nach vorheriger Genehmigung durch das Veterinäramt möglich. Die Regelung betrifft auch Hobbyhalter mit Kleinstbeständen.

Das seit dem vergangenen Herbst andauernde Geflügelpestgeschehen hat sich in Norddeutschland und auch in Niedersachsen weiter ausgeweitet. Im Landkreis Leer wurde bei insgesamt sieben tot aufgefundenen Wildvögeln das Geflügelpestvirus festgestellt. Hinzu kommen zahlreiche Fälle in den Nachbarlandkreisen. Betroffen sind neben der Wildvogelpopulation auch Geflügelbestände. Aufgrund des Frühjahrsvogelzuges ist nach Einschätzung des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) eine neue Dynamik des Ausbruchsgeschehens auch im März zu erwarten.

Vor diesem Hintergrund weist die Kreisverwaltung außerdem darauf hin, dass die Aufrechterhaltung der Stallpflicht auch zu marktrechtlichen Konsequenzen führt. Eier aus Freilandhaltung dürfen während einer angeordneten Stallpflicht 16 Wochen lang weiter als „Freilandeier" verkauft werden. Dauert die Stallpflicht länger, müssen die Eier mit „Bodenhaltung“ gekennzeichnet werden. Für Betriebe im Landkreis Leer gilt dies in der Regel ab dem 06.03.2021. Weitere Informationen hat das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit auf seiner Homepage unter www.laves.niedersachsen.de zusammengefasst.

Stallpflicht für Geflügel (11.11.2020)

Die aviäre Influenza (Geflügelpest) wurde bei vier toten Wildgänsen auf Borkum nachgewiesen. Vor diesem Hintergrund hat der Landkreis Leer die Aufstallung von Geflügel angeordnet.

Die Aviäre Influenza, umgangssprachlich auch Vogelgrippe genannt, ist eine durch Viren ausgelöste  und für Geflügel hochansteckende Infektionskrankheit. Für Menschen ist sie ungefährlich.

Bereits in den vergangenen Wochen wurde nahezu zeitgleich bei zahlreichen Wildvögeln sowie in Hausgeflügelbeständen in den Niederlanden und in Deutschland in unterschiedlichen Regionen an der Nord- und Ostseeküste die Geflügelpest nachgewiesen. Die Nachweise stehen in Zusammenhang mit dem sich derzeit in vollem Gange befindlichen Herbstzug von Wasservögeln. Die Wasservögel stammen aus Regionen, in denen das Geflügelpest-Virus nachgewiesen wurde. Es wird vermutet, dass das Virus dort seit längerem in der Wasservogelpopulation zirkuliert.  Die Dichte der Vogelpopulationen in den Rastgebieten wird in den kommenden Wochen weiter zunehmen bzw. durch Kälteeinbrüche beschleunigt. Diese Bedingungen begünstigen die Übertragung und Ausbreitung des Virus. Schon jetzt ist festzustellen, dass es sich in dieser Saison um ein hoch dynamisches Geschehen handelt.

Aas fressende Wildvögel (wie Bussard, Seeadler, Uhu) können tote, infizierte Wasservögel aufnehmen und so zu einer Virusverbreitung beitragen. Damit steigt auch das Risiko von indirekten Einträgen in Geflügelhaltungen. Um diesem vorzubeugen, wurde landkreisweit die Aufstallung von sämtlichem gehaltenen Geflügel angeordnet.

Die Tiere sind dabei in geschlossenen Ställen oder unter einer Vorrichtung, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung und mit einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenbegrenzung bestehen muss, unterzubringen. Netze oder Gitter dürfen zur Vermeidung des Kontaktes zu Wildvögeln nur genutzt werden, wenn sie als Abdeckung nach oben eine Maschenweite von nicht mehr als 25 mm aufweisen und deren Nutzung im Vorfeld durch das Veterinäramt genehmigt wurde.Weiterhin sollten der Stall oder der Auslauf nur in betriebseigener Schutzkleidung mit entsprechendem Schuhwerk betreten und auf das Händewaschen und das Reinigen und Desinfizieren von Fahrzeugen, Gerätschaften und Maschinen geachtet werden, wenn diese zwischen unterschiedlichen Haltungseinrichtungen eingesetzt werden. Bei einer reinen Stallhaltung sollte darauf geachtet werden, dass diese Ställe ausreichend Licht, gute Luftzufuhr und ausreichend Platz bieten, sodass eine tierschutzgerechte Haltung gewährleistet werden kann.

Weiter weist das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung des Landkreises darauf hin, dass sämtliches gehaltenes Geflügel sowohl  bei der Niedersächsischen Tierseuchenkasse als auch beim Veterinäramt anzumelden ist. Dies gilt auch für privat gehaltene Kleinstbestände. Bei Verstößen gegen die Meldepflicht können Bußgelder festgesetzt werden.

Die Bevölkerung ist aufgerufen, Beobachtungen von unnormalen Verhaltensweisen bei Wasservögeln sowie Ansammlungen toter Wildvögel  mit Ausnahme von Singvögeln  den Veterinärämtern zu melden. Ein ungeschützter Kontakt zu verendeten Vögeln ist zu vermeiden. Hunde und Katzen sollten ferngehalten werden. Das Veterinäramt bittet außerdem davon abzusehen, kranke, noch lebende Wildvögel einzufangen. Da eine Heilung von an Geflügelpest erkrankten Vögeln nicht möglich ist, ist der Stress, der den Tieren beim Einfangversuch zugefügt wird, eine unnötige und zusätzliche hohe Belastung.  

Weitergehende Informationen sind zu finden auf der Homepage des Nds. Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit unter www.tierseucheninfo.niedersachsen.de.


Allgemeinverfugung vom 11. November 2020 zur Aufstallung von Geflugel (PDF, 387 kB)

Änderung der Allgemeinverfügung vim 11. November 2020 zur Aufstallung von Geflügel (PDF, 544 kB)

Afrikanische Schweinepest (ASP)

Presseinformation vom 15. Oktober 2020:

Die Afrikanische Schweinepest wurde am 10.09.2020 erstmals in Deutschland festgestellt. Vor diesem Hintergrund weist das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelsicherheit des Landkreises Leer auf die Einhaltung von Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen in gewerblichen und privaten Schweinehaltungen hin.

Eine Einschleppung der Seuche kann aktuell nur durch Biosicherheit und Bestandshygiene verhindert werden. Landwirte haben daher die allgemeinen Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen sowie die Bestimmungen der Schweinehaltungshygieneverordnung zu beachten. Diese Verordnung gilt für alle Haltungen, die Schweine zu Mast- oder Zuchtzwecken halten und beschreibt alle ständig einzuhaltenden Biosicherheitsmaßnahmen, die auch in seuchenfreien Zeiten gelten. Insbesondere der Kontakt mit Wildschweinen muss verhindert werden.

Ebenso wie für kommerzielle Schweinehaltungen gilt die strikte Einhaltung grundlegender Hygienemaßnahmen auch für Schweine, die als Heimtiere gehalten werden. Auch für Schweine, die als Heimtiere gehalten werden ist die strikte Absonderung vor Wildschweinen besonders wichtig. Im Fall eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest gelten zudem die gleichen Maßnahmen wie für kommerzielle Schweinehaltungen (Bestandstötungen usw.).

Das Veterinäramt weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass auch die Haltung einzelner Schweine und auch die Haltung sog. Mini-Pigs als Haustiere bei der Niedersächsischen Tierseuchenkasse und dem Veterinäramt anzumelden ist. In diesem Zusammenhang wurden aktuell verstärkt Kontrollen durch das Veterinäramt durchgeführt, bei denen Verstöße festgestellt wurden. Diese Kontrollen werden vor dem Hintergrund des sich weiter ausbreitenden Seuchengeschehens auch fortgesetzt werden. Bei Verstößen gegen die Meldepflicht können Bußgelder festgesetzt werden.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine fast immer tödlich verlaufende Viruserkrankung, die ausschließlich Haus- und Wildschweine befällt. Es handelt sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche. Ursprünglich war die ASP auf Afrika begrenzt. Eine Einschleppung nach Europa fand nur selten statt und konnte überwiegend erfolgreich bekämpft werden. Seit 2007 breitet sich die ASP jedoch, von Georgien kommend, auch auf dem europäischen Kontinent, insbesondere in Osteuropa aus. Mit den in Brandenburg positiv auf das Virus der Afrikanischen Schweinepest getesteten Wildschweinen ist jetzt auch Deutschland vom Seuchengeschehen betroffen. Das ASP-Virus ist nicht auf den Menschen übertragbar. Der Mensch kann sich weder durch den Verzehr von Schweinefleisch, noch über direkten Tierkontakt infizieren. Ausschließlich Schweine können sich mit dem Erreger infizieren.

Das ASP-Virus ist gegenüber Umwelteinflüssen sehr widerstandsfähig. Auch während des Verwesungsprozesses des Schweins bleibt der Erreger in Abhängigkeit von der Witterung mehrere Wochen bis Monate infektiös. In Blut überlebt das Virus monatelang, in Gefrierfleisch sogar jahrelang.

Ein besonders großes Risiko der Verbreitung über große Distanzen stellt die Verschleppung des Virus durch den Menschen dar. Insbesondere mit dem ASP-Virus infizierte Lebensmittel und Teile von infizierten Wildschweinen stellen ein hohes Risiko dar, da der Krankheitserreger extrem widerstandsfähig ist und sich in unbehandeltem Fleisch und Fleischprodukten (z.B. rohem Schinken oder Salami) monatelang halten kann. Es ist deshalb wichtig, die Vorgaben zum Mitbringen von schweinehaltigen Lebensmitteln aus Risikogebieten, in denen das Virus verbreitet ist sowie aus nicht EU-Mitgliedstaaten konsequent einzuhalten, um eine Ausbreitung des Erregers zu verhindern. Auch ist darauf zu achten, dass keine Speisereste in der Natur zurückgelassen werden, da im Falle von infizierten Lebensmitteln eine Übertragung des ASP-Virus erfolgen kann.

Darüber hinaus ist auch die Gefahr der Einschleppung durch Jäger über kontaminierte Kleidung bzw. Jagdutensilien oder über Fleisch, Lebensmittel und Trophäen von infizierten Tieren groß. Auch bei Jagdreisen sind daher die Hygiene- und Biosicherheitsvorschriften zwingend einzuhalten.

Ein Ausbruch der ASP hat enorme wirtschaftliche Schäden zur Folge. Wird im Seuchenfall der Verursacher des Seucheneintrags (z. B. Jagdtourist) durch epidemiologische Ermittlungen ermittelt, kann dieser ggf. für den gesamten entstandenen Schaden haftbar gemacht werden.   Weitergehende Informationen sind zu finden auf der Homepage des Nds. Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit unter www.tierseucheninfo.niedersachsen.de.


Früherkennung der Akrikanischen Schweinepest (PDF, 587 kB)

Merkblatt Schutzmaßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest in Schweinehaltungen (PDF, 94 kB)

Steckbrief Afrikanische Schweinepest (PDF, 86 kB)


Weitere Informationen zur Afrikanischen Schweinepest wurden auf der Homepage des Friedrich-Loeffler-Instituts veröffentlicht.

Blauzungenkrankheit

Tierseuchenbehördliche Allgemeinverfügung zur Genehmigung der freiwilligen vorbeugenden Schutzimpfung von Rindern, Schafen und Ziegen gegen die Erreger der Blauzungenkrankheit (Allgemeinverfügung Nr. 1/2019)

Auf Grundlage der EG-Blauzungenbekämpfung-Durchführungsverordnung wird für das gesamte Gebiet des Landkreises Leer Folgendes festgelegt:

1. Die freiwillige Impfung von für die Blauzungenkrankheit empfänglichen Tieren (Rinder, Schafe und Ziegen) mit einem zugelassenen oder genehmigten inaktivierten Impfstoff gegen die Serotypen 4 und 8 der Blauzungenkrankheit wird genehmigt. Die Impfung hat durch einen Tierarzt/eine Tierärztin nach den Vorgaben des Impfstoffherstellers zu erfolgen.

2. Der Tierhalter/Die Tierhalterin ist verpflichtet, jede Impfung gegen die Blauzungenkrankheit innerhalb von sieben Tagen nach der Durchführung unter Angabe

  • der Registriernummer des Betriebes,
  • der Registriernummer des verantwortlichen Tierarztes,
  • des Datums der Impfung,
  • des verwendeten Impfstoffes einschließlich der Chargennummer und
  • der Ohrmarkennummern bei Rindern bzw. der Anzahl der geimpften Tiere bei Schafen und Ziegen

in das Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere (HI-Tier) einzutragen bzw. eintragen zu lassen.

3. Der Widerruf dieser Allgemeinverfügung wird vorbehalten.

4. Die Aufnahme, Änderung oder Ergänzung einer Auflage wird vorbehalten.

5. Diese Allgemeinverfügung tritt am Tage nach ihrer Bekanntmachung in Kraft.

Begründung

Bei der Blauzungenkrankheit (BT) handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche. Gem. § 4 der Verordnung zur Durchführung gemeinschaftsrechtlicher und unionsrechtlicher Vorschriften über Maßnahmen zur Bekämpfung, Überwachung und Beobachtung der Blauzungenkrankheit (EGBlauzungenbekämpfung-Durchführungsverordnung) dürfen empfängliche Tiere (Rinder, Schafe, Ziegen) nur mit Genehmigung der zuständigen Behörde geimpft werden. Da eine Impfung der empfänglichen Tiere die einzige Möglichkeit darstellt, diese wirkungsvoll gegen eine BT-Infektion zu schützen, wird die Genehmigung vor dem Hintergrund der aktuellen Risikobewertung des Friedrich-Löffler-Institutes (FLI) erteilt.

Im Rahmen der Impfdurchführung ist eine nachvollziehbare und umfassende Dokumentation angezeigt, um bezogen auf den jeweiligen Tierbestand einen wirksamen Impfschutz darstellen und nachzuweisen zu können.

Der Widerrufsvorbehalt wird gestützt auf § 36 Abs. 2 Ziff. 3 Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG). Diese Genehmigung kann somit widerrufen werden, wenn Belange der Tierseuchenbekämpfung eine Abkehr von dieser pauschalen Impfgenehmigung erforderlich werden lassen. Der Vorbehalt der nachträglichen Aufnahme, Änderung oder Ergänzung einer Auflage (Auflagenvorbehalt) fußt auf § 36 Abs. 2 Ziff. 5 VwVfG.

Als Zeitpunkt der Bekanntgabe und damit des Inkrafttretens dieser Allgemeinverfügung wird gem. §§ 41 Abs. 4 Satz 4, 43 Abs. 1 VwVfG der Tag, der auf die Bekanntmachung folgt, festgelegt.

Rechtsbehelfsbelehrung

Gegen diese Allgemeinverfügung kann innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Klage beim Verwaltungsgericht Oldenburg, Schlossplatz 10, 26122 Oldenburg, erhoben werden. Die Klage wäre gegen den Landkreis Leer zu richten.

Leer, den 08. März 2019
Groote
Landrat

Allgemeinverfügung als PDF


In allen Bereichen der intensiven Nutztierhaltung muss das Entstehen und die Weiterverbreitung von Tierkrankheiten und Tierseuchen vermieden werden. Dieses soll erreicht werden durch: Mutterkuh mit Kalb


Vorbeugende Maßnahmen
Überwachung des Tierverkehrs
Maßnahmen im Seuchenfall
Anzeigepflichtige Seuchen / Krankheiten

Alle Nutztierbestände sind erfasst und unterliegen der Aufsicht durch das Amt fürVeterinärwesen und Lebensmittelüberwachung sowie der Untersuchungspflicht zur Erkennung besonderer Tierseuchen.
Betriebe, die neu mit der Tierhaltung beginnen wollen, müssen ihre Bestände in einer angemessenen Frist dem Veterinäramt anzeigen.

Ziel ist es, mögliche Krankheiten zu erkennen, eine Gefährdung für die menschliche Gesundheit auszuschließen und die Weiterverbreitung von Tierkrankheiten zu verhindern.Dazu müssen vor allem Wege von Krankheits- und Seuchenerregern aufgezeigt werden, über die sie eingeschleppt oder weiterverbreitet werden können. Daher ist es sehr wichtig, dass der Weg der Tiere immer deutlich zu erkennen ist, wie zum Beispiel HIT-Meldungen bei Rinderhaltern.
Aufgrund dieser Erkenntnisse können durch eine gezielte Beratung der Betriebe und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zur Hygiene (Hygieneprogramme) gesunde Tierbestände erhalten werden.

In die Aufklärung über die Entstehung von Tierseuchen müssen nicht nur Nutztierhalter, sondern alle Bürger einbezogen werden, denn durch Unkenntnis oder Gedankenlosigkeit können sie Auslöser von Tierkrankheiten sein, z. B. durch das unerlaubte Verfüttern von Speiseabfällen an Wildschweine oder Schweine in der Freilandhaltung. Daher sollten keine Lebensmittel tierischer Herkunft aus Urlaubsländern mitgebracht werden, die hier als Speiseabfälle in eine Nutztierhaltung gelangen könnten.

Viele Erkrankungen von Tieren können durch gezielte Impf- und Hygieneprogramme vermieden werden. Dadurch werden gesunde und widerstandsfähige Bestände geschaffen.
Die Beratung der Tierhalter und die Durchführung der Impfungen gegen Krankheitserreger wird in Zusammenarbeit mit den praktizierenden Tierärzte durchgeführt.

Wir stehen Ihnen gerne bei Fragen zur Verfügung!

 

Weitere nützliche Informationen rund um das Thema Tierseuchen erhalten Sie auf der Homepage des LAVES (Nds. Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) sowie der Nds. Tierseuchenkasse:

zur Homepage des LAVES

zur Homepage der Nds. Tierseuchenkasse

Kontakt

Hinweis: Erreichbarkeit nach Dienstschluss über Leitstelle Wittmund 04462 2043-5585
Friesenstraße 30
26789 Leer (Ostfriesland)
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Telefon: 0491 926-1451
Fax: 0491 926-1374
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