Hilfsnavigation
Volltextsuche
Kreishaus aus der Luft
© Landkreis Leer 
Seiteninhalt

Weihnachtsgrüße & Jahresrückblick

Möchten Sie diesen Inhalt von YouTube laden?

Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Teil 1: Fußballspiele scharf und ruckelfrei / Nächste Digitale Woche im September 2020

Landkreis Leer schließt 40-Millionen-Breitbandausbau ab / Neues 30-Millionen-Vorhaben in den Startlöchern

Breitbandausbau Projektkarte
© K. Ortgies 

Der Breitbandatlas des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur weist es aus: Der Landkreis Leer liegt mit seiner Breitbandversorgung in Deutschland mit an der Spitze. Das dürfte aktuell viele Fußballfans beruhigen, weil ab 2021 die Spiele der Champions-Liga nur noch von Amazon und DAZN übertragen und ausschließlich im Internet gestreamt werden. Um Sport ruckelfrei und scharf sehen zu können, ist Breitband nötig.

Aber beim Breitband geht es um mehr als um Fußball. Besonders Firmen sind auf schnelles Internet angewiesen. Nur dann können sie neue Geschäftsfelder bearbeiten, oder Fabriken ihre Maschinen vernetzen (Internet der Dinge). Auch Telemedizin, die im Landkreis bereits in der Augenheilkunde im Landkreis bereits praktiziert wird, muss große Datenmengen transportieren können. Von Künstlicher Intelligenz (KI) ganz zu schweigen.

Der Landkreis Leer rüstet sich seit Jahren für die Digitalisierung und machte im abgelaufenen Jahr einen riesigen Sprung. Seit dem ersten Spatenstich im März 2018 in Esklum schloss er bis heute 10.000 bislang unterversorgte Haushalte an das Glasfasernetz an. Plus mehr als 80 Schulen, die somit technisch für das Gigabit-Zeitalter fit sind. 40 Millionen Euro kostete das bislang größte Infrastrukturprojekt des Landkreises. Landrat Matthias Groote: „Wir nehmen die Sache selbst in die Hand.“ Mit dem Erfolg, dass der Landkreis beim Breitband mit an der Spitze läuft.

Um Lücken zu schließen, peilt er bis zu 7.000 weitere Adressen in unterversorgten Gebieten und Gewerbegebieten an. Der Bund hat bereits bis zu 30 Millionen Euro Fördergeld zugesagt, eine Zusage des Landes steht bevor – und der Landkreis und die Gemeinden werden auch diesmal wieder tief in die eigenen Taschen greifen. Details zum weiteren Ausbauplan stehen auf der Seite www.landkreis-leer.de/breitbandversorgung.

Nächste Digitale Woche im September 2020

Nach dem Erfolg der beiden ersten Digitalen Wochen des Landkreises Leer und der Sparkasse LeerWittmund steht die dritte fest im Kalender. Sie findet vom 12. bis 19. September 2020 statt.

Möchten Sie diesen Inhalt von https://www.youtube.com/ laden?

Landrat Matthias Groote freut sich in seinem Jahresrückblick besonders über den großen Publikumszuspruch. Gut 3000 Besucher sahen allein am „Erlebnistag“ hautnah, was sich digital bereits im Landkreis tut. Alteingesessene Firmen zeigten, wie sie sich auf das neue Zeitalter einstellen, junge Firmen, so genannte Start-ups, beflügelten die Phantasie mit ihren Präsentationen, die Landwirtschaft bewies, dass sie schon weit auf dem digitalen Weg ist.

Eine Grundschule, die Volkshochschule, Gymnasien und Berufsbildende Schulen machten deutlich, dass die Kreidezeit in den Schulen bald vorbei ist. „Erlebnistag“ - das hieß Augmented Reality, Laserschmelzen, 3D-Druck oder Robotertechniken. Und wer von eSports noch nie etwas gesehen hatte, ging ebenfalls schlauer nach Hause. Groote: „Neben den hochkarätig besetzten und gut besuchten Fachforen ermutigt uns der Erlebnistag, die Digital-Wochen fortzusetzen.“

DIWO 2019 - Abschlussfeier
© J. Bambrowicz 

Teil 2: Technische Grundlagen für moderne Bildung

Landkreis Leer investiert selbst und profitiert vom Digitalpakt

Der digitale Wandel hält mit Macht auch Einzug in die Schulen. Dafür hat der Bundestag sogar das Grundgesetz geändert, um gemeinsam mit den Bundesländern den Digitalpakt zu schließen, offiziell: DigitalPakt Schule. Er umfasst für die nächsten Jahre fünf Milliarden Euro für allgemeinbildende Schulen. Davon fließen 6,6 Millionen bis 2023 in den Landkreis Leer.

Möchten Sie diesen Inhalt von YouTube laden?

Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Landrat Matthias Groote räumt in seinem Jahresrückblick kursierende Missverständnisse aus: „Ziel ist nicht, den Unterricht zu digitalisieren, sondern die technischen Voraussetzungen für eine zukunftsorientierte Bildung zu schaffen.“ Es sei Sache der Lehrer, ihren Unterricht angemessen umzustellen und das Lernen mit digitalen Medien in den Mittelpunkt zu rücken. Um gefördert zu werden, muss nach Maßgabe des Digitalpaktes jede Schule ein Medienbildungskonzept aufstellen.

Der Landkreis baut jedoch nicht allein auf Hilfe von oben. So stellte er im vorigen Frühjahr 700.000 Euro bereit, um damit seine 24 eigenen Schulen mit zeitgerechter Informations-Technik auszustatten. Groote: „Mit dem Geld haben wir 100 interaktive Tafeln, 250 iPads sowie weitere Hardware wie Monitore, Rechner, Notebooks und Beamer gekauft.“

Moderne Bildungsmethoden
© K. Ortgies 

Damit konnten elf Schulen mit einer iPad-Klasse starten: Haupt- und Realschule Ostrhauderfehn, Kreisrealschule Rhauderfehn, Gymnasium Rhauderfehn, Oberschule Borkum mit gymnasialem Angebot und Förderzentrum, Integrierte Gesamtschule Moormerland, Oberschule mit gymnasialem Angebot Uplengen, Oberschule Hesel, Teletta-Groß-Gymnasium Leer, Schulzentrum Collhusen, Möörkenschule (Realschule) Leer und Ubbo-Emmius-Gymnasium Leer. 2020 folgen die Friesenschule (Realschule) Leer, die Hauptschule Gutenberg Leer und die Erich-Kästner-Hauptschule Rhauderfehn.

Teil 3: Kreisstraßen: Schäden schnell beseitigen / Offene Gänge zum Geodatenschatz

Landkreis Leer investierte wieder Millionen in Straßen und Brücken

Bei Schnee und Eis die Straßen, Radwege und Brücken befahrbar halten, gehört zu den Aufgaben des Straßen- und Tiefbauamtes des Landkreises Leer, auf die Verkehrsteilnehmer besonders angewiesen sind und auf die sie großen Wert legen. „Darauf können sie sich verlassen“, sagt Landrat Matthias Groote in seinem Jahresrückblick. „Im Winter stehen Mitarbeiter früh auf und peilen die Lage. Drohen Glatteis oder Schnee, sind die Streu- und Räumfahrzeuge schnell unterwegs.“

Der Winter 2018/19 verlief relativ glimpflich, wie aus den Aufzeichnungen von Amtsleiter Uwe Welzel hervorgeht. Der Winterdienst musste 21 Streu- oder Räumeinsätze fahren. Dabei verbrauchte er 580 Tonnen Salz und 205 Tonnen Sole. Das war schon mal mehr.

Das Straßen- und Tiefbauamt des Landkreises, untergebracht an der Feldstraße in Logabirum, betreut 376 Kilometer Kreisstraßen, 217 Kilometer Radwege und 55 Brücken. Das Straßengesetz unterteilt Straßen in verschiedene Klassen, vergleichbar mit dem Fußball. Nach Bundesautobahnen und Bundesstraßen und vor Gemeindestraßen gibt es Kreisstraßen. Dafür ist der Landkreis zuständig.

Salzsilos
© K. Ortgies 

Das Gesetz definiert eine Kreisstraße grob so: Sie dient vorwiegend dem überörtlichen Verkehr zwischen benachbarten Kreisen und innerhalb eines Kreises und sorgt für den Anschluss einer Gemeinde an überörtliche Verkehrswege. Zur Kreisstraßen-Klasse zählen auch Radschnellverbindungen mit höherer Nutzung.

Im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht, wenn Straßen neu gebaut oder erneuert werden. „Wir halten Hand an unseren Straßen, beseitigen Schlaglöcher und andere Schäden schnell oder bauen neu. Das kostet viel Geld, ist auf Dauer aber billiger als zu warten“, sagt Landrat Groote. Im abgelaufenen Jahr schlagen diese Baumaßnahmen zu Buche:

Fertigstellung: Kreisstraße 63 „Hemme-Janssen-Straße“, Moormerland, V. Bauabschnitt, 500 Meter, 1,1 Millionen Euro.  - Ausbau Radweg Kreisstraße 25 in Burlage, 2,3 Kilometer, 990.000 Euro. - Neubau Brücke im Zuge des Radwegebaus an der Kreisstraße 25 über das „Burlager Tief“ in der Gemeinde Rhauderfehn, Stützweite 11,3 Meter, 230.000 Euro. – Instandsetzung K 59 in Neufirrel, 2,1 Kilometer, 340.000 Euro. - Instandsetzung K 35, 4. Bauabschnitt, St. Georgiwold, 780 Meter, 160.000 Euro.

Instandsetzung K 65 in Klostermoor, Teilbereiche, 120.000 Euro. - Instandsetzung K 8 in Veenhusen, 400 Meter, 80.000 Euro. - Instandsetzung Radweg K 47, 2. Bauabschnitt in Holterfehn, 400 Meter, 125.000 Euro. - Instandsetzung Einmündung K 24 / K60 in Flachsmeer, 400 Meter, 80.000 Euro. 

Unterhalt der Oberflächen auf Kreisstraßen im ganzen Kreisgebiet, 12 Kilometer, Fläche 70.000 Quadratmeter. - Fertigstellung der Brücke im Zuge der Kreisstraße 61 über die Jümme in Detern, Stützweite 41 Meter, 340.000 Euro. - Deichbestick an drei Fehlstellen in der Moormerländer Deichacht angepasst, 600 Meter, 250.000 Euro. - Fertigstellung der Außenanlagen am Feuerwehrhaus Weener für die Stadt Weener.

Uwe Welzel vor den Ordner, sortiert nach den einzelnen Kreisstraßen
© K. Ortgies 


Offene Gänge zum Geodatenschatz

Geografisches Informationssystem des Landkreises: Zugriff auf viele Pläne

Die Verwaltung nimmt Stück für Stück Abschied von Papierakten. Sie wird digital. Neben dem Straßenverkehrsamt steht das Geografische Informationssystem (GIS) des Landkreises Leer an der Spitze des Fortschritts. Hier wird die von der Bundesregierung gesetzlich verankerte elektronische Verwaltung - Fachbegriff „e-Government“ - praktiziert.

Die Daten im GIS bilden alle Informationen über die Erdoberfläche im Landkreis ab. Die GIS-Mitarbeiter scannen alle alten Karten und Pläne und pflegen neue ein. Daraus entstehen Regionalpläne, Fachkarten, Stadtpläne oder Wanderkarten. Aus analog wird digital. Das gilt zum Beispiel für alle 2.500 Bebauungspläne im Landkreis.

Das kommt der eigenen Verwaltung und dem Kreistag zugute. Zugriff haben aber auch alle Bürger, ebenso Gemeinden, Landes- und Bundesbehörden, Planungsbüros, Architekten und Bauunternehmer. Es geht ganz einfach über die Webseite www.lkleer.de/kreiskarte. Sie informiert auch über Breitband-Ausbaugebiete, Altenheime, Badestellen, Bauleitpläne, Kitas und Naturschutzgebiete. Landrat Matthias Groote: „Unser Geodatenschatz ist über jedes Gerät zugänglich, egal ob PC, Notebook, Tablet oder Smartphone.“

Teil 4: Pflegeberatung: Hin zu den Menschen, Gesundheitspreis für Telemedizin & Ungetrübter Badespaß

Landkreis berät sogar auf dem Wochenmarkt / Aktiv in allen Gemeinden

 Von links: Landrat Matthias Groote, Kim Wolters, Mariechen Weber, Leiterin des Amts für Teilhabe und Soziales, und Frank Schüür vom Senioren- und Pflegestützpunkt
© Landkreis Leer  

Wer Pflege im Alter braucht, ist im Landkreis Leer gut aufgehoben. Das belegen auch Vergleiche. Die gute Note ist nicht vom Himmel gefallen, sondern die Ernte jahrelanger politischer Anstrengungen des Landkreises, der Gemeinden, privater und karitativer Anbieter.

Das Amt für Teilhabe und Soziales des Landkreises Leer weitete im abgelaufenen Jahr seine Angebote sichtbar aus, namentlich im Senioren- und Pflegestützpunkt. Er beschränkt sich nicht auf das Amt in Leer, sondern ist mindestens zwei Stunden monatlich in jedem Rathaus vertreten. In 350 Einzelberatungen erhielten fragende Bürger Rat und Hilfe. Amtsleiterin Mariechen Weber zählt die Themen auf: Pflege, Leistungsumfang, Wohnen im Alter, Freizeitbeschäftigung, Pflegeabrechnung, Wohnungsumbauten und Hilfsmittel.

Der Senioren- und Pflegestützpunkt geht dorthin, wo die Menschen sind: So an jedem ersten Sonnabend im Monat auf den Wochenmarkt in Leer. Hausbesuche, Messen und Beratungen in Einkaufszentren gehören ebenfalls zum Kontakt-Programm.

60 Mal hielten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Amtes Vorträge, stellten den Senioren- und Pflegestützpunkt vor, informierten über Leistungen der Pflege- und Krankenversicherungen oder über pflegegerechte Wohnformen.  Gemeinsam mit der Volkshochschule fanden Schulungen im Rheiderland und in Moormerland statt.

Bemerkenswert ein neuer Demenzparcours: Er zeigt an verschiedenen Stationen die Steuerungsfähigkeit von demenzkranken Menschen und wie sie die Welt wahrnehmen.


Gesundheitspreis für Telemedizin

Gesundheitsregion Leer ausgezeichnet / Dank moderner Technik näher beim Facharzt

Das Modellprojekt Telemedizin in der Gesundheitsregion Leer ist vorbildlich. Das hat der Landkreis Leer schriftlich. Äußeres Zeichen dafür ist der Niedersächsische Gesundheitspreis in der Kategorie „eHealth - Distanzen intelligent überwinden“.

Namentlich geht es um das Projekt „Opthtamed-Telenet“. Dahinter verbirgt sich ganz handfest der Aufbau eines fachübergreifenden telemedizinischen Netzwerkes, mit dem die Insel Borkum mit medizinischem Fachwissen auf dem Festland verbunden wird. Vordergründig geht es um Augenheilkunde, eingebunden sind jedoch auch Allgemeinmedizin und Innere Medizin.

Das Klinikum Leer, das Kreisgesundheitsamt und das ZG Zentrum für Gesundheit tragen den auf zwei Jahre ausgelegten Praxisversuch, der im kommenden Jahr endet. Susanne Kreienbrock und Nils-Ole Hohmann, beide koordinieren die Gesundheitsregion Leer, sowie die projektführenden Augenärzte Dieter Hagedorn, Leer, und Dr. Andreas Gieseler, Emden, nahmen jüngst in Hannover aus der Hand von Staatssekretär Stefan Muhle den mit 5.000 Euro dotierten Gesundheitspreis entgegen. Stifter des Preises sind das Wirtschafts- und das Gesundheitsministerium, die Apothekerkammer, die AOK und die Kassenärztliche Vereinigung.

Landrat Matthias Groote hebt in seinem Jahresrückblick die Bedeutung der Telemedizin hervor, die im Zeichen des demografischen Wandels und des Ärztemangels an Bedeutung gewinnen werde: „Neue Gesundheitslösungen brauchen nicht nur neueste Technik, sondern auch partnerschaftliche Konzepte.“  

Dr. Andreas Gieseler aus Emden im Untersuchungsraum im Borkumer Krankenhaus
© K. Ortgies 

Zentraler Bestandteil des Projektes ist auf Borkum das telemedizinische Diagnostikzentrum mit hochwertigen Diagnose-Geräten. Vorrangig geht es darum, frühzeitig Augenerkrankungen zu erkennen, die nicht selten eine Folge anderer Krankheiten wie Zucker (Diabetes mellitus) sind. Entscheidend für den Erfolg des Projektes ist deshalb die Zusammenarbeit von Augenheilkunde, Allgemeinmedizin und Innerer Medizin.  Borkum eignet sich als Modell wegen seiner Insellage. Telemedizin bietet sich jedoch auch für ländliche Gebiete mit wenigen oder weit entfernt praktizierenden Ärzten an.  

Die Nachfrage nach Augenärzten in Wohnortnähe wird steigen. Patienten von den Inseln oder mit weiten Fahrstrecken zum Arzt scheuen oft den Aufwand für Routinekontrollen, Vor- und Nachsorgeuntersuchungen. Und dann kann es im Akutfall zu spät sein.

„Ophthamed-Telenet“ ermöglicht eine wohnortnahe Diagnostik. Ziel ist, frühzeitig zu erkennen und zu heilen, um Krankenhausaufenthalte zu vermeiden. Damit werden Kosten gespart und die Lebensqualität der Patienten verbessert. Landrat Groote: „Das Projekt ist nicht auf Notfälle ausgerichtet, sondern soll Krankheiten frühzeitig erkennen und Krankheitsverläufe nicht ausufern lassen.“


Ungetrübter Badespaß in allen 14 Gewässern

Das Gesundheitsamt des Landkreises Leer wirft vor und während der Badesaison alle zwei Wochen ein Auge auf die 14 ausgewiesenen Badegewässer. Abschließendes Ergebnis im September: Der Freizeitspaß im Wasser war ungetrübt. Amtsleiterin Heike de Vries: „An keinem der Badegewässer mussten wir vom Baden abraten oder ein Badeverbot aussprechen. Die Wasserqualität war fast überall ausgezeichnet.“ Wasserproben wurden vor allem auf „Escherichia coli“ und „Intestinale Enterokokken“ untersucht. So heißen die so genannten Indikatororganismen der neuen EG-Badegewässerrichtlinie. Ihr Vorkommen deutet auf fäkale Verunreinigungen hin. Diese in der Regel harmlosen Bakterien können zu Durchfall und Blasenentzündungen führen. Hauptquellen für eine Verunreinigung sind Menschen, Nutztiere und Wasservögel.

Badesee in Steenfelde
© Landkreis Leer 

Das Gesundheitsamt informiert die Badegäste auf Hinweisschildern über die Ausstattung der Badestelle und die Wasserqualität. Auf der Internetseite des Landkreises ist ein Vordruck hinterlegt für Vorschläge, Bemerkungen oder Beschwerden über die Badegewässer: www.landkreis-leer.de/gesundheitsamt/badegewässer


Teil 5: Sorgfältig testen - dann entscheiden / Probelauf mit Altpapiertonnen endet im Sommer

Der einjährige Test mit Altpapiertonnen endet Mitte 2020. Dann entscheidet der Kreistag aufgrund der gesammelten Erfahrungen, ob es bei den blauen Säcken bleibt oder überall Altpapiertonnen zum Zuge kommen. Tester sind die Bewohner von Bingum, Leerort und der Altstadt in Leer sowie von Steenfelde, Flachsmeer und Ihrenerfeld in der Gemeinde Westoverledingen. Dort hat der Landkreis 2.500 Tonnen bereitgestellt.
Probleme gibt es bisher kaum, wie der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises berichtet. Die Mitmach-Quote schwankt örtlich zwischen 73 und fast 87 Prozent.  Im Test werden die Tonnen alle vier Wochen geleert, an einem anderen Tag als die normale Müllabfuhr. Bisher werden die blauen Säcke mit Papier wöchentlich gleichzeitig mit dem Müll abgeholt. Auch beigelegte Kartonagen nimmt der Müllwagen mit. Das ist bei der Tonnenregelung nicht möglich.

In seinem Jahresrück- und Ausblick erklärt Landrat Matthias Groote: „Wir werden im nächsten Sommer alle Vor- und Nachteile sorgfältig abwägen, auch mögliche Auswirkungen auf gemeinnützige Papiersammlungen berücksichtigen, und dann dem Kreistag einen Vorschlag unterbreiten.“

Altpapiertonne
© Landkreis Leer 

Farben und Lacke mobil entsorgen

Wohin mit alten Farben und Lacken? Aus dieser Frage kann schnell ein Problem werden. Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Leer fand darauf eine Antwort, die vielen gefallen hat. Er richtete erstmals eine mobile Schadstoffsammlung aus. „Wir freuen uns über die gute Resonanz“, sagt Betriebsleiter Klaus Anneken im Jahresrückblick - und kündigt für das Frühjahr 2020 die nächste Sammlung an.

Zur Premiere kamen zu den 26 Sammelaktionen etwas mehr als 2.000 Bürger, die dort ihre Sonderabfälle und Elektrokleingeräte loswurden. Insgesamt 20.700 Kilo Farben und Lacke und fast 42.000 Kilo andere Sonderabfälle. Die meisten Teilnehmer wurden in Moormerland (391) und in Leer (218) gezählt. Beim Gewicht der Abfälle lagen die Moormerländer weit vorne.

Die nächsten Termine werden noch bekanntgegeben. Wer sie keinesfalls verpassen will, sollte sich die kostenlose App „MyMüll“ auf sein Smartphone oder Tablet herunterladen oder sich unter www.all-leer.de informieren.

Teil 6: Das Auto online zulassen

Weg zum Straßenverkehrsamt entfällt / Landkreis hat digital in Niedersachsen die Nase vorn

Ein Meilenstein in der öffentlichen Verwaltung: Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Leer können ihr Auto oder Motorrad online zulassen, abmelden oder außer Betrieb setzen. Online Wunsch-Nummernschilder reservieren können sie schon seit langem. Das Straßenverkehrsamt des Landkreises bietet seit Oktober den Komplett-Service als erste Behörde in Niedersachsen an.

„Unser Team hat die sogenannte i-Kfz Stufe 3 voll funktionsfähig umgesetzt“, sagt Landrat Matthias Groote in seinem Jahresrückblick. „i-Kfz“ steht für internetbasierte Fahrzeugzulassung. Damit macht die Bundesregierung im Zuge des E-Governments (elektronische Verwaltung) die Zulassung von Fahrzeugen einfacher, bequemer und effizienter.

Möchten Sie diesen Inhalt von YouTube laden?

Das heißt: Der Bürger kann alles von zu Hause regeln und sich den Weg zur Ringstraße in Leer sparen. Der Landkreis Leer hat damit weit und breit die Nase vorn. Das Straßenverkehrsamt ist die am weitesten digitalisierte Abteilung der Kreisverwaltung - und ein weithin anerkannter Vorreiter. Schon lange führt es die Akten elektronisch und automatisiert, was möglich ist. Die Folge: Ein leerer Aktenkeller.

Die Menge an amtlichen Vorgängen - jährlich werden durchschnittlich allein rund 4000 Autos neu zugelassen, knapp 22.000 abgemeldet und 23.500 umgeschrieben, hinzu kommen 50.000 Bußgeldbescheide und 60.000 Besuche von Kunden - lässt sich mit Computern, Intra- und Internet, Verlinkungen, Schnittstellen und digitalisierten Formularen viel schneller bearbeiten als mit Hand, Papier und Kuli.

Online Dienste StVA
© Landkreis Leer 

Aber auch wer wie gewohnt beim Straßenverkehrsamt anklopft, wird weiterhin freundlich bedient. Landrat Groote: „Keine Sorge. Das Straßenverkehrsamt fährt künftig zweigleisig, analog und digital.“  

Online-Kunden müssen sich mit der modernen Technik auskennen, um den Service voll nutzen zu können - und einige technische Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören ein neuer Personalausweis (nPA) mit aktivierter Online-Ausweisfunktion (eID), außerdem ein Kartenlesegerät oder - viel einfacher und handlicher - ein Smartphone mit der kostenlosen „AusweisApp2“.

Den elektronischen Personalausausweis (nPA) im Scheckkartenformat gibt es bereits seit 2010. Er sorgt per Kartenleser für einen elektronischen Identitätsnachweis (eID) übers Internet. Dazu wird die Software „AusweisApp2“ benötigt. Etwas Umstand ist schon dabei, wenn man sich Behördengänge sparen, Verträge im Internet abschließen oder Online-Dienstleistungen datensicher nutzen will.

Weitere Informationen unter www.lkleer.de/zulassung. Wer mehr über das e-Government wissen möchte: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/StV/Strassenverkehr/internetbasierte-fahrzeugzulassung.html

Online-Portal
© K. Ortgies 

Teil 7: »Löppt« lockt junge Leute zum Ehrenamt

Landkreis Leer probiert ein Leuchtturm-Projekt für ganz Niedersachsen

Drei von vier Vereinen im Landkreis Leer plagen Nachwuchssorgen. Vorstände sind nicht mehr komplett oder Gruppen fehlen Übungsleiter. Der Landkreis Leer packt dieses allgemeine gesellschaftliche Problem bei den Hörnern. Die beim Landrat angesiedelte Stabsstelle „Ehrenamt und Freiwilligenagentur“ stellte Anfang 2019 das Projekt „Löppt! Mitnanner“ auf die Beine. 

Möchten Sie diesen Inhalt von YouTube laden?

Es soll jungen Menschen zeigen und schmackhaft machen, wie vielfältig ehrenamtliches Engagement ist und wie viel Spaß es bringt. Es richtet sich an Schulen, Vereine, Verbände, Wirtschafts-Kammern und Unternehmen. Die Stabsstelle verzeichnet bereits erste Erfolge. So machen 19 Schulen und mehr als 1000 Schüler mit. Bis ins nächste Frühjahr nehmen sie an Workshops teil und erarbeiten Projektideen. Die Stabsstelle bietet Coaching an, nicht nur in Schulen.

„Löppt!Mitnanner“ ist ein so genanntes Leuchtturm-Projekt und endet Mitte 2020. Bei erwiesenem Erfolg will das Land es auf andere Gegenden Niedersachsens übertragen. Es wird wissenschaftlich begleitet.  

Ohne Ehrenamt verkümmert eine Gesellschaft. Deshalb hat der Landkreis vor einigen Jahren dafür eine Stabsstelle eingerichtet. Für Landrat Matthias Groote ist klar: „Ehrenamtlicher Einsatz verdient öffentliche Anerkennung.“ Ein Beitrag dazu ist die Ehrenamtskarte, die der Landkreis 2017 eingeführt hat. Bisher halten 613 Frauen und Männer eine Ehrenamtskarte als Anerkennung ihres gesellschaftlichen Engagements in der Hand. Weitere folgen. Die Karte bietet Vergünstigungen in öffentlichen Einrichtungen landesweit und in mehreren regionalen Geschäften.

Ehrenamt ist auch die Grundlage des angesehenen „Blinkfüür“-Preises, mit dem der Landkreis bisher 153 Personen ausgezeichnet hat. Zulauf findet das Leeraner Vereinsforum mit 1.232 Teilnehmern. Auch digital ist die Stabsstelle „Ehrenamt und Freiwilligenagentur“ gut unterwegs. Sie verzeichnete im abgelaufenen Jahr 21.900 Zugriffe auf ihre Webseite und erreicht durchschnittlich 10.500 User auf Facebook.

Überregional findet die Stabsstelle große Anerkennung. So verlieh ihr die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen in diesem Jahr in Berlin den „Innovationspreis“.

Teil 8: Jobcenter erweist sich als Glücksgriff / Kinder auch in den Ferien betreuen

Das Jobcenter des Landkreises Leer - das Zentrum für Arbeit - vermittelte im abgelaufenen Jahr 1.600 arbeitslosen Frauen und Männern eine sozialversicherungspflichtige Arbeitsstelle. Eine weitere Zahl: Ende dieses Jahres sind 514 ehemalige Leistungsbezieher nicht mehr auf das Geld des Staates angewiesen. Das sind 7,1 Prozent mehr als vor einem Jahr, teilt Landrat Matthias Groote mit. Insgesamt zählt das Zentrum für Arbeit noch 6.330 Bezieher von Sozialleistungen.

ZfA_Haupteingang

Das Zentrum für Arbeit des Landkreises besteht seit 15 Jahren. Der Kreistag entschied sich damals, die Betreuung und Vermittlung von Langzeitarbeitslosen nicht mehr dem Arbeitsamt zu überlassen, sondern selbst vorzunehmen. Motto: Stark – sozial – vor Ort. Möglich machte das die Reform des Sozialsystems und Arbeitsmarktes (Agenda 2010). Groote in seinem Jahresrückblick: „Die mutige Entscheidung des damaligen Kreistags hat sich als Glücksgriff für viele Menschen erwiesen, die unsere Hilfe auf dem Arbeitsmarkt brauchen.“


 

Kinder auch in den Ferien betreuen

Landkreis Leer erweiterte das Angebot / Familie und Beruf ein Dauerthema

Berufstätige Eltern und Unternehmen wissen es zu schätzen, wenn Kinder auch während der Schulferien betreut werden können. Jahr für Jahr seit 2010 erweitern der Landkreis und die Gemeinden ihr Angebot. Das war auch 2019 wieder der Fall. 781 Kinder im Alter zwischen drei und zwölf Jahren haben es genutzt.

Landkreis und Gemeinden halten es für wichtig, diese in allen Ferien auftretende Betreuungslücke für berufstätige Eltern zu schließen. „Nur so bleiben wir attraktiv für Eltern, die Beruf und Familie unter einen Hut bringen müssen“, sagt Landrat Groote in seinem Jahresrückblick.

Kinderbetreuung in den Ferien
© fotolia.de 

Pädagogisches Fachpersonal betreut die Kinder. Auf sie wartet an allen Standorten ein vielfältiges Programm passgenau für die jeweilige Altersgruppe.  

Ein Schwerpunkt des Landkreises war auch wieder die Berufstätigkeit von Frauen und wie sie Beruf und Familie vereinbaren können. Er bietet Frauen ein umfassendes individuelles Beratungsangebot und verschiedene Coaching-Reihen an. Infoveranstaltungen im Netzwerk vieler Kooperationspartner ermöglichen weitere Hilfen. Einige Frauen nutzten das Beratungsangebot auch, weil sie mehr verdienen oder sich beruflich verändern wollen.

Die „Frauenwochen 2019“ im Landkreis Leer unter der Regie der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises und der Gemeinden fanden viel Zuspruch. 4.605 Frauen besuchten die insgesamt 111 Veranstaltungen an mehreren Orten.

In Gemeinderäten und im Kreistag sitzen zu wenig Frauen. Das zu ändern ist Sinn des Mentoring-Programms „Frau.Macht.Demokratie“ vom Niedersächsischen Sozialministerium.  Erfahrene Politikerinnen unterstützen interessierte Frauen bei ihrem Einstieg in die Politik. Aus dem Landkreis nehmen sieben Tandems teil. Die Mentorinnen bestärken Frauen, in ihren Kommunen und darüber hinaus deutlich zu machen, dass Politik keine Männersache ist.

9. und letzter Teil: Streuobstwiesen für Artenvielfalt / Schloss und Park Evenburg - ein Publikums-Magnet

Landkreis Leer will neue Streuobstwiesen fördern

Global denken - lokal handeln. Nirgends gilt es mehr als beim Klima-, Umwelt- und Artenschutz. Einen Ansatz für Menschen gerade auf dem Lande oder in Kleinstädten bieten Streuobstwiesen. Sie sind in den letzten Jahrzehnten aus der Mode gekommen, weil sie unwirtschaftlich sind. 

Aber der Umwelt bringen sie starke Rendite. Der Landkreis Leer als untere Naturschutzbehörde will deshalb im ersten Halbjahr 2020 eine Richtlinie zur Förderung und zum Erhalt von Streuobstwiesen in Gang setzen. Privatpersonen, Verbände und Vereine können mit einem Zuschuss zum Beispiel beim Kauf von Obstbäumen rechnen, wenn sie eine Streuobstwiese anlegen. 

In seinem Ausblick auf das kommende Jahr sagt Landrat Matthias Groote: „Wir kennen Streuobstwiesen noch aus jungen Jahren, heute sind sie fast verschwunden. Ich bin überzeugt, dass viele unserer Bürgerinnen und Bürger gerne ein paar Obstbäume pflanzen möchten.“ Einst prägten sie unsere Kulturlandschaft. Sie versorgten die Menschen mit Vitaminen.

Obst gibt es im Supermarkt - aber heute kommen Streuobstwiesen andere Aufgaben zu. Ein Obstbaum bietet auf mehreren Stockwerken einen Lebensraum für seltene Vögel, Kleinsäuger und Insekten. Besonders Honig- und Wildbienen saugen dort den Nektar, deren Grundlagen auf landwirtschaftlich einseitig genutzten Flächen und wegen Pflanzenschutzmittel verloren gingen. Streuobstwiesen gehören zu den am stärksten gefährdeten Biotop-Typen. „Diesen Missstand wollen wir mit unserem Angebot mildern“, sagt der Landrat.


Schloss und Park Evenburg – ein Publikums-Magnet

Schloss und Park Evenburg erweisen sich immer mehr als Publikums-Magneten. So besuchten mehr als 19.000 Gäste die Sonderausstellung „Als das Fahrrad laufen lernte“, die vom Deutschen Fahrradmuseum Bad Brückenau und einem kleinen privaten Zweiradmuseum aus Wybelsum unterstützt wurde. Im Jahr 2022 geht es weiter mit „Kinder und Bewegung“, kündigt Evenburg-Leiterin Birgit Zimmermann in ihrem Jahresrück- und ausblick an.

Ausstellung "Als das Fahrrad laufen lernte"

Große Beachtung fand die Sonderausstellung „Evenburg im Visier“ mit Aufnahmen der Fotokreise der Volkshochschule von Schloss und Park. Gleiches gilt für die Sonderausstellung „John und Jürgens - Auf Augenhöhe“ mit fotografierten und gemalten Porträts.  

Höhepunkte 2019 waren auch der Bau eines „Insektenhotels“ im Park, wo im kommenden Frühjahr erstmals Wildbienen, Florfliegen und Käfer beim Nisten zu beobachten sind. Der Hegering Leer spendete das „Hotel“, unterstützt von Leeraner Firmen. "LeeWerk Wisa" half bei der Einrichtung.

Wer leichten Sport in Geselligkeit liebt: Auf dem neuen Boulefeld im Park kann er eine ruhige Kugel schieben.

Eröffnung Boule-Platz bei der Evenburg

Kontakt

Kreisverwaltung
Bergmannstraße 37
26789 Leer (Ostfriesland)
Karte anzeigen

Telefon: 0491 926-0 (Zentrale)
Fax: 0491 926-1388 (Zentrale)
E-Mail senden