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Abfall, Natur, Tiere und Umwelt
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Naturobjekt des Monats

Hier möchten wir Ihnen gerne jeden Monat ein Naturobjekt im Landkreis Leer vorstellen.

Februar 2018: Grünland

Der Landkreis Leer wird durch die landwirtschaftliche Nutzung seiner Flächen in starkem Maße geprägt. So finden sich in allen Regionen unseres Landkreises neben der Ackerwirtschaft großflächige, saftige Wiesen und Weiden. Sie prägen unser Landschaftsbild und verschönern es gleichzeitig.

Grünland

Aus wissenschaftlicher Sicht beinhaltet das Grünland alle beständigen Pflanzengemeinschaften aus Kräutern und Gräsern, die natürlich oder durch Nutzung des Menschen entstanden sind. Zum Grünland gehören daher gedüngte und ungedüngte Wiesen und Weiden zur Futtergewinnung, aber auch Mähwiesen zur Biomasse- und Einstreugewinnung sowie Naturschutzflächen, wie z. B. Feuchtgrünland und Magerrasen.

Bemerkenswert ist, dass es ohne landwirtschaftliche Nutzung im Waldklima Mitteleuropas keine Wiesen oder Weiden geben würde (mit Ausnahme des seltenen, natürlichen Grünlands, welches aufgrund der natürlichen Gegebenheiten keine Bäume oder Sträucher aufweist). Von den Pflanzenarten auf „normalen“ Grünlandstandorten breiten sich durch menschliches Handeln nur solche Vertreter aus, die sich in irgendeine Form an den Bewirtschaftungsrhythmus anpassen. Dabei ist zu beachten, dass die Mahd und die Beweidung die Grünlandpflanzen aber nur mittelbar fördern. An und für sich werden alle Arten auf dem Grünlandstandort mehr oder weniger stark durch die jeweilige Nutzung beschädigt. Den ihnen beigebrachten Schaden überstehen jedoch die Charakterarten der Wiesen und Weiden besser als z. B. die Baum- und Strauchgewächse.

Grünlandstandorte sind aber auch neben der nutzungsbedingten Schnitthäufigkeit, dem Schnittzeitpunkt und der Düngung von den Standortbedingungen wie Geologie, Morphologie, Klima, Boden und Wasserhaushalt sowie der vorhandenen Samenbank im Boden geprägt.

Bleiben Mahd und Beweidung jedoch länger aus, bewalden sie sich die Flächen in unterschiedlicher Geschwindigkeit über Zwischenstadien wieder.

Grünland

Für Niedersachsen sind insbesondere folgende Arten von Grünlandbiotoptypen (Haupteinheiten) in mannigfachen Ausprägungen vorhanden:

- Mesophiles Grünland

- Bergwiese

- Seggen-, binsen- oder hochstaudenreiche Nasswiese

- Sonstiges artenreiches Feucht- und Nassgrünland

- Artenarmes Extensivgrünland

- Artenarmes Intensivgrünland

- Grünland-Einsaat

- Sonstige Weidefläche

 

Diese Grünlandarten unterscheiden sich in ihrer Artenzusammensetzung. Wird die landwirtschaftliche Nutzung z.B. stärker betrieben, ist in der Regel das floristische Artenspektrum geringer und die Gräser überwiegen.

Einige dieser vorgenannten Biotoptypen sind aber nach § 30 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) in Verbindung mit § 24 Niedersächsisches Ausführungsgesetz zum Bundesnaturschutz (NAGBNatSchG) gesetzlich geschützt. Es handelt sich bei diesen Biotopen oft um Wiesen und Weiden mit einer geringen Nutzungsintensität, sogenanntes Extensivgrünland, die meist besondere Grünlandgesellschaften bzw. bestimmte seltene Pflanzenarten aufweisen. In diesen Fällen gilt nach dem Bundesnaturschutzgesetz: Niemand darf Handlungen begehen, die die in § 30 Abs. 2 BNatSchG und § 24 Abs. 2 NAGBNatSchG im einzelnen aufgeführten Biotope zerstören oder sonst erheblich beeinträchtigen können. Von dem gesetzlichen Zerstörungs- und Beeinträchtigungsverbot sind aber auf Antrag Ausnahmen durch die untere Naturschutzbehörde möglich, wenn die hierdurch entstehenden Beeinträchtigungen des Naturhaushalts oder des Landschaftsbildes durch Ausgleichsmaßnahmen ausgeglichen werden (§ 30 Abs. 3 BNatSchG). Außerdem besteht in besonderen Fällen auch die Möglichkeit einer Befreiung (§ 67 BNatSchG in Verbindung mit § 41 NAGBNatSchG).

Grünland

Neben dem Begriff „Grünland“ wird auch mehrfach von „Dauergrünland“ gesprochen. Beides ist nicht notwendig identisch, denn „Dauergrünland“ ist ein Begriff aus der Landwirtschaft und wie folgt definiert: Dauergrünland umfasst Flächen, die durch Einsaat oder durch Selbstaussaat zum Anbau von Gräsern oder anderen Grünfutterpflanzen genutzt und mindestens fünf Jahre nicht als Acker genutzt werden

 

Januar 2018: Birke

Gerade in unseren Breitengraden ist die Birke eine häufige und geschätzte Baumart, die in fast allen landschaftlichen Räumen unseres Landkreises auftritt. Als lichtliebende Art besiedelt sie vorwiegend arme Böden, insbesondere feuchte als auch trockene Moor- und Sandböden. Dies ist auch nicht verwunderlich, da sie sehr bodentolerant, sehr frosthart und trockenheitsresistent ist. Die Birken sind oft Pionierarten bei der Erstbesiedlung von Wäldern, wobei sie in der Regel nach 30-60 Jahren dann anderen Laubhölzern Platz machen. Daneben werden sie – wie das nachstehende Foto zeigt – auch als Straßenbaum in der freien Landschaft genutzt.

Birken

Der Laubbaum kann Wuchshöhen bis zu zwanzig Metern und eine Breite von rund zehn Metern erreichen, wobei zumeist ein schmal eiförmig bis schirmförmiger Habitus auftritt. Bemerkenswert ist die auffällige weiße Rinde des Stammes, die besonders am Stammfuß eine tiefrissige, dunkle Borke bildet. Die Zweige sind meist dünn und oft lang überhängend. Der Blatt ist größtenteils rautenförmig bis dreieckig und zeigt im Herbst eine goldgelbe Farbe.

Birke

Die für unsere Region heimischen Arten Sandbirke (Betula pendula) und Moorbirke (Betula pubescens) zählen bei den Insekten zu den wichtigsten Bäumen. So können über einhundert verschiedene Insektenarten an Sand- und Moorbirken auftreten, wodurch die Birke damit zu den von Insekten am stärksten genutzten einheimischen Baumarten zählt.

Gerade heimische Baumarten übernehmen für unsere Tierwelt als Lebensraum eine deutlich höhere ökologische Funktion als die nichtheimischen, standortfremden Bäume (z. B. Nadelbäume). Dies beruht darauf, dass sich die heimischen Pflanzen und Tiere im Laufe der Jahrtausende sowohl aneinander als auch an die äußeren Standortfaktoren (Boden, Wasser, Luft und Klima) angepasst haben. Daneben prägen unsere Bäume das Orts- und Landschaftsbild und zeigen mit ihren Farben und Formen einen Kontrast zum Erscheinungsbild der Siedlungen und Städte mit ihren Bauten und versiegelten Flächen auf.

 

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