Projektförderung: Unterstützung von der Idee bis zur Umsetzung
Vernetzen, Weiterbilden, Informieren, Diskutieren - vieles ist möglich.
Der Landkreis Leer ist Teil einer Partnerschaft im Bundesprogramm Demokratie leben des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Dieses stellt jedes Jahr Geld zur Verfügung, um Projekte im Kreisgebiet zu fördern: den Aktions- und Innovationsfonds. Dieser soll es engagierten Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, ihre Ideen umzusetzen und sich für ein demokratisches Leben einzusetzen.
Anträge
Wenn Sie einen Antrag stellen möchten, melden Sie sich bei uns. Wir beraten Sie gerne.
Zurzeit können keine Anträge mehr gestellt werden. Sobald die Antragsstellung für Projekte und Maßnahmen für das Jahr 2026 möglich sind, stellen wir hier das Antragsformular und alle Informationen zur Verfügung.
Eine gute Idee?
Ihre Ideen sind gefragt, wenn es darum geht vor Ort Demokratie zu fördern, Vielfalt zu gestalten und Extremismus vorzubeugen. Und das funktioniert unter anderem durch:
Vernetzen, Weiterbilden, Informieren, Voneinander lernen, Diskutieren und das in neuen und bewährten Formaten, wie zum Beispiel: Workshops, Theater, Musik, Treffen, Talkshows, Foren, in Einrichtungen, an Schulen, in Vereinen und Initiativen.
Bitte beachten Sie, dass wir nur dann fördern können, wenn noch nicht mit dem Projekt begonnen wurde.
Wir empfehlen, den Antrag auf Förderung spätestens 6 Wochen vor der Projektumsetzung bei uns zu stellen.
Was wird gefördert?
Alle Projekte, die
- im Landkreis Leer stattfinden,
- innovativ sind
- und sich für ein demokratisches Gemeinwesen und gutes Miteinander,
- gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit
- oder für den Aufbau und die nachhaltige Entwicklung lokaler und regionaler Bündnisse in diesen Themenfeldern einsetzen.
Dabei orientieren wir uns an den Kernzielen des Bundesprogramms:
- Demokratie fördern: Verständnis für Demokratie, demokratische Bildung, Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts
- Vielfalt gestalten: für Vielfalt und Respekt untereinander sensibilisieren, Anerkennung von Diversität fördern
- Extremismus vorbeugen: Entstehung und Radikalisierung extremistischer Einstellungen und demokratie- und menschenfeindlicher Phänomene frühzeitig unterbrechen oder ganz verhindern
Hinweis: Bitte beachten Sie dabei, dass wir aufgrund des geltenden Neutralitätsgebotes keine parteipolitischen Angebote fördern dürfen.
Wir wurden bereits gefördert!
Fotoausstellung »Vielfalt in Ostfriesland«
Die Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe des Landkreises Leer blickt mit großer Freude auf die erfolgreiche Eröffnung der Fotoausstellung „Vielfalt in Ostfriesland“ zurück.
Zur Eröffnung fanden sich zahlreiche Gäste ein – darunter interessierte Bürgerinnen und Bürger ebenso wie Menschen, die selbst auf den ausdrucksstarken Fotografien porträtiert sind.
Die Ausstellung macht auf eindrucksvolle Weise sichtbar, wie facettenreich unsere Region ist. Die Fotografien zeigen Menschen unterschiedlichster Herkunft, mit vielfältigen Orientierungen, Lebenswegen und individuellen Geschichten – mit und ohne Beeinträchtigung. Damit wird ein starkes Zeichen für gelebte Vielfalt und gegenseitige Wertschätzung gesetzt.
Ein besonderer Dank gilt allen Beteiligten für die inspirierende und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Wir freuen uns darauf, auch in Zukunft weitere Projekte zu realisieren, die das Miteinander im Landkreis Leer bereichern.
Die Eröffnung wurde von der Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe mit großem Engagement gestaltet. Sie wurde gefördert durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen von Demokratie leben!.
Jugend mischt sich ein - JuKo 2025
Am 13. und 14. November 2025 fand erstmals eine durch den Landkreis Leer organisierte Jugendkonferenz statt. 55 Jugendliche aus verschiedenen Kommunen kamen zusammen, um ihre Sichtweisen, Ideen und Anliegen einzubringen und gemeinsam über die Gestaltung ihrer Lebenswelt im Landkreis Leer zu diskutieren.
Die Jugendkonferenz wurde im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und von allen Beteiligten sehr positiv aufgenommen. Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie groß das Interesse junger Menschen an politischer Beteiligung ist.
Alle Eindrücke, Ergebnisse und Fotos haben wir in einer Präsentation zusammengefasst:
Café "Mitnanner" im Haus der Kulturen
Durch die Förderung des Landkreises Leer im Rahmen von "Demokratie fördern" konnte im November das Projekt "Café Mitnanner" im Haus der Kulturen in Leer starten. Zielgruppe dieses ehrenamtliche Angebot für den Sonntagnachmittag sind Familien mit Kindern. Durch die Unterstützung der Stadt Leer konnten Spielmaterialien für Kinder angeschafft werden. Im "Café Mitnanner" werden neben der Begegnung Themen wie "Integration", "Freizeitangebote" und "Lebenssituationen" angesprochen. Das ehrenamtliche Team von "Café Mitnanner" setzt sich aus verschiedenen Kulturen zusammen. Nach dem erfolgreichen Start soll das Projekt 2026 fortgesetzt werden.
Das Projekt wurde im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
Landjugend Rheiderland
An zwei Abenden im Herbst 2025 veranstaltete die Landjugend Rheiderland eine Veranstaltung mit Unterstützung des Bundesprogramms „Demokratie leben“. Das Thema an den Abenden war „Kommunen im Landkreis Leer und Ostgroningen kennenlernen“. Das Ganze wurde thematisch umgesetzt mit der Web-Plattform Mentimeter.com. Die bietet die Möglichkeit der interaktiven Teilnahme für jeden Einzelnen.
Die Gruppe durfte auf Grund der kostenlosen Version des Systems maximal 50 Personen groß werden. Jeder Teilnehmende nimmt interaktiv mittels seinem Browser im Smartphone teil. Falls ein Teilnehmender zwischenzeitlich rausfällt, dann kann er jederzeit wieder dazustoßen. Jeder Teilnehmende musste sich einen Nickname geben. Das System errechnet nach den Fragen Zwischenstände und auch Gesamtsieger. Diese werden auf Basis der Richtigkeit und Schnelligkeit der Antwort ermittelt. Word-Clouds werden durch das System nicht für den Gesamtsieger bewertet. Sie dienen als Kreativfläche.
Eine kleine Gruppe von drei Personen aus der Landjugend hatte sich im Vorfeld getroffen. Diese entwickelten ein Konzept zur Umsetzung auf der Web-Plattform. Es besteht aus Quiz und Word-Clouds. Der Einstieg in den Abend erfolgte mit Word-Clouds und dem erra-ten von „Bekannten Tieren“. Danach ging es in den kommunalen Bereich.
Veranstaltungorte waren das Familienzentrum in Bunde und auf dem Landjugend Wagen in einer Maschinenhalle in Oldendorp. Durch die Abende moderierte Fokko Brüning. Die Verpflegung im Familienzentrum kam vom Fehntjer Partyservice aus Warsingsfehn und auf dem Wagen gab es Pommes-Frites. An allen Abenden gabs kalte Getränke.
Im Quiz ging es um Fragen die die kommunale Politik vor Ort betreffen. Das waren Fra-gen, wie zum Beispiel: „Wie heißt der Bürgermeister der Gemeinde Bunde?“ oder „Was ist das für ein Gebäude?“. Die Word-Clouds bildeten den Einstieg und das Ende des Quizzes. Dort konnten die Teil-nehmenden frei ihre Gedanken äußern zu verschiedenen Fragen. Unter anderem wurde danach gefragt „Was fällt ein zu....?“. Da gab es recht interessante Antworten.
Für die drei Erstplatzierten gab es Gewinne. Einen Einkaufsgutschein für den Landjugend Rheiderland Shop in Höhe von 25 Euro bekam der Erstplatzierte Florian Stopar aus Ditzumer-verlaat. Für Platz 2 und Platz 3 gab es jeweils einen 15 Euro Edeka Einkaufsgutschein. Für alle anderen gab es Brotdosen als Erinnerung.
Das Projekt wurde im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ vom Bundes-ministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
Begegnungsformat »Erstellung einer Fotoausstellung«
Das Projekt mit dem Titel „Jüdisches Leben in Norddeutschland“ (Arbeitstitel) wird von der Ehemaligen Jüdischen Schule Leer in Kooperation mit dem Bremer Fotografen Kay Michalak durchgeführt. Ziel ist es, im Rahmen einer Fotoausstellungen Jüdinnen und Juden aus dem Nordwesten zu porträtieren. Indem Mitglieder jüdischer Gemeinden gezeigt werden, soll ein Bezug zu aktuellem jüdischem Leben, Gemeinden und Alltag hergestellt werden. Mit dieser Fotoausstellung, die in der Gedenk- und Begegnungsstätte „Ehemalige Jüdische Schule Leer“ gezeigt werden soll, sollen verschiedene jüdische Perspektiven und Lebenswirklichen dargestellt werden und damit ein Bezug zu jüdischen Leben hergestellt werden. Dieser Aspekt ist besonders für und in Ostfriesland relevant, denn es gibt keine einzige jüdische Gemeinde auf der ostfriesischen Halbinsel mehr, die sich nach dem zweiten Weltkrieg wiedergegründet hat. Ziel ist es, mit der Fotoausstellung Einblicke zu geben und miteinander ins Gespräch zu kommen und damit präventive Arbeit gegen Stereotypen zu leisten.
In dem beantragten Zeitraum wurden zunächst grundlegende planerische, kuratorische und konzeptionelle Aufgaben bearbeitet. Im Austausch mit der Leitung der Ehemaligen Jüdischen Schule Leer fanden Arbeitstreffen statt. Bestandteil der Arbeitstreffen waren der Austausch über den Fortschritt und das Erreichen der Ziele. Als wesentliches Ziel wurde definiert, dass die kuratorischen Arbeiten für die Ausstellungsöffnung weitestgehend abgeschlossen werden. Diesen wurden in dem beantragten Zeitraum getätigt. Inhaltlich wurden Gespräche und Fotosessions geplant und durchgeführt. Porträts wurden gemacht, die die Grundlage für die Ausstellung darstellen.
Des Weiteren wurde nicht nur über den Arbeitsstand ausgetauscht, sondern ebenfalls über inhaltliche Themen und Fragestellen diskutiert. Es zeigte sich, dass die aktuelle gesellschaftliche Lage und der extrem erstarkte Antisemitismus intensiven Einfluss und Druck auf die jüdische Community ausüben und das dadurch Jüdinnen und Juden eingeschüchtert werden und weniger bereit waren, sich sichtbar und öffentlich zu zeigten. Dieser Sachverhalt, der sich seit dem 7. Oktober 2023 wie ein roter Faden durch die Gesellschaft zieht, hatte hemmende Auswirkungen auf die Erstellung der Fotoausstellung. Dieser Befund wird als ein Teil der Ausstellung im Rahmen dieser thematisiert. Zusammenfassend lässt sich konstatieren, dass trotz Hemmnisse die planerischen Arbeiten, Fotoarbeiten und die kuratorischen Arbeiten zufriedenstellend verlaufen sind. Damit ist die Fotoausstellung in der inhaltlichen Vorbereitung vollzogen. In einem nächsten Schritt, der nicht in dem Rahmen des getätigten Projekts liegt, muss nun die Ausstellungseröffnung geplant und durchgeführt werden.
Das Projekt wurde im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
Oberschule Weener: Jüdischer Friedhof Smalingen 2
1. Zusammenfassung des Projekts
Die Arbeitsgemeinschaft „Jüdischer Friedhof Smalingen 2“ der Oberschule Weener konnte das geförderte Projekt im vorgesehenen Zeitraum vollständig und erfolgreich umsetzen. Die beantragten Mittel wurden zweckgebunden eingesetzt und ermöglichten eine intensive inhaltlich, praktische und medienpädagogische Arbeit der beteiligten Schülerinnen und Schüler.
Das Projekt verband praktische Pflegearbeiten, historische Recherche und digitale Vermittlungsformate und stellte damit einen besonderen Lernort für Erinnerungskultur, Demokratiebildung und gesellschaftliche Verantwortung dar.
2. Durchführung und Ergebnisse
Im Rahmen des Projekts übernahmen die Schülerinnen und Schüler regelmäßig die Pflege des jüdischen Friedhofs Smalingen 2. Dazu gehörten unter anderem:
- Reinigung und Instandhaltung der Grabstätten und Grabumrandungen
- Pflege der Rasenflächen sowie gärtnerische Arbeiten
- Anlage und Bepflanzung der Grabumrandungen
Parallel zur praktischen Arbeit setzten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit der Geschichte der jüdischen Gemeinde in Weener auseinander. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Recherche zu Grabsteininschriften sowie zur Geschichte jüdischer Familien, die in Weener gelebt haben.
Die Schülerinnen und Schüler entzifferten und dokumentierten Grabsteininschriften, setzten sich mit Namen, Lebensdaten und religiösen Symbolen auseinander und stellten diese in einen historischen Zusammenhang. Ergänzend dazu recherchierten sie die Lebenswege und Schicksale jüdischer Familien aus der Stadt Weener, insbesondere im Kontext von Ausgrenzung, Verfolgung und Zerstörung jüdischen Lebens während der Zeit des Nationalsozialismus.
3. Wirkung auf die Schülerinnen und Schüler
Das Projekt hatte eine sehr positive Wirkung auf die beteiligten Schülerinnen und Schüler:
- Sie entwickelten ein hohes Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit einem sensiblen historischen Ort.
- Die praktische Arbeit förderte Zuverlässigkeit, Sorgfalt und Teamfähigkeit.
- Durch die mediale Aufbereitung historischer Inhalte erweiterten die Schülerinnen und Schüler ihre Recherche-, Reflexions- und Präsentationskompetenzen.
- Die Auseinandersetzung mit jüdischer Geschichte und Erinnerungskultur führte zu einer nachhaltigen Sensibilisierung für Diskriminierung, Ausgrenzung und Antisemitismus.
Besonders hervorzuheben ist die hohe Motivation der Schülerinnen und Schüler, die sich über den gesamten Projektzeitraum hinweg engagiert und verantwortungsvoll eingebracht haben.
4. Entwicklungspotenziale im Bereich Demokratie und gemeinschaftlicher Zusammenhalt
Im Verlauf des Projekts zeigten sich deutliche Entwicklungspotenziale im Bereich demokratischer Kompetenzen und gemeinschaftlichen Zusammenhalts:
- Die Schülerinnen und Schüler erlebten Demokratie als gelebte Verantwortung, indem sie aktiv an der Gestaltung von Erinnerungskultur beteiligt waren.
- Sie lernten, unterschiedliche Perspektiven zu respektieren und gemeinsam Entscheidungen zu treffen.
- Die Arbeit im Team stärkte den Zusammenhalt innerhalb der Gruppe und förderte gegenseitige Rücksichtnahme.
- Durch öffentliche Präsentation entwickelten die Schülerinnen und Schüler Zivilcourage und die Fähigkeit, ihre Haltung in gesellschaftlichen Diskursen zu vertreten.
Das Projekt trug damit nicht nur zur Wissensvermittlung bei, sondern förderte nachhaltig Empathie, demokratisches Handeln und Gemeinschaftssinn.
5. Fazit
Das Förderprojekt der AG „Jüdischer Friedhof Smalingen 2“ war in jeder Hinsicht sehr erfolgreich. Die bewilligten Mittel wurden sinnvoll eingesetzt und ermöglichten eine nachhaltige Verbindung von praktischem Engagement, historischer Bildung und demokratischer Wertevermittlung.
Das Projekt stellt ein gelungenes Beispiel für gelebte Erinnerungskultur und Demokratiebildung im schulischen Kontext dar und wird auch über den Förderzeitraum hinaus mit weiteren Schwerpunkten fortgeführt.
6. Teilnehmer
Im Förderzeitraum/ an den Projekttagen haben insgesamt 9 Schülerinnen und Schüler an den jeweiligen Veranstaltungen teilgenommen.
Das Projekt wurde im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
Humanisten Leer Regionalgruppe der Giordano-Bruno-Stiftung
Die Projekte wurde im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
Echter Wohlstand - Ein Entwurf für „neue“ Demokratien
Wir leben in unruhigen und von Wandel geprägten Zeiten. Die Befürchtungen sind groß, dass insbesondere unsere westliche Lebensweise zukünftig durch Verzicht und weniger Wohlstand gekennzeichnet sein wird. Aber Veränderungen beinhalten immer auch Chancen.
Der Referent Jens Bonow hat das Buch von Vivian Dittmar „Echter Wohlstand“ vorgestellt. Sie skizziert darin die Grundpfeiler eines Lebens, das in einer völlig neuen Weise reich ist: reich an Zeit, erfüllenden Beziehungen, Kreativität, Verbundenheit mit den Mysterien des Lebens und der unbändigen Schönheit der Natur. Ein gutes Leben muss nicht im Widerspruch zu einem notwendigen ökosozialen Wandel der Gesellschaft stehen, sondern wird im Gegenteil dadurch erst ermöglicht! Ein Weckruf für eine demokratische Wohlstandsgesellschaft und für das, was wirklich wichtig ist.
KI – Mehr Risiko als Chance?
Über die aktuell bekannten Chancen und Risiken von KI, die Auswirkungen auf Gesellschaften, Demokratien, Arbeitsmärkte, Wissenschaft und Technik, sowie die Auswirkungen durch kriminelle Nutzung haben wir diskutiert. Thema des Abends in Kürze: Wo kann KI eine echte Chance für die Menschheit sein und wo und wie müssen wir darauf drängen, dass der freien Nutzung Grenzen gesetzt werden?
Dozent war Peder Iblher - IT Fachmann und Referent für digitale Grundrechte bei der Giordano-Bruno-Stiftung sowie regelmäßiger Autor bei digitalhumanrights.blog.
Freiheit und Gesetze – wie passt das zusammen?
Wir Deutsche haben das Grundgesetz, das weltweit als das beste Regelwerk für das Zusammenleben in einer Demokratie gilt. Aber auch wenn wir wissen, dass die Väter und Mütter dieses Meisterwerkes monatelang um jeden Paragrafen, jeden Artikel und jedes Wort gerungen haben, so gibt es immer auch Kritiker, die es abschaffen, einschränken oder ändern wollen. Beim Humanistischen Gespräch wurde ausführlich diskutiert, unter anderem: Sind Gesetze für uns hilfreich oder eher hinderlich? Können wir mit weniger Gesetzen besser leben und wenn ja, mit welchen? Wie erreichen wir mehr Freiheit von Gesetzen? Und was sind die Konsequenzen der alternativen Ideen?
Vortrag und Diskussion mit Heiko Diekmann von den Humanisten Leer.
SingBach
In der ersten Septemberwoche sind über 220 Schulkinder aus Leer für das demokratiefördernde Projekt „SingBach“ unter der Anleitung von Friedhilde Trüün zusammengekommen. Zu Beginn eines jeden Tages begrüßte Friedhilde Trüün jedes Kind persönlich mit Handschlag und drückte damit bereits zu Beginn ihre Empathie, ihre Wertschätzung und ihren Respekt gegenüber den Teilnehmenden aus. Frau Trüün legte während der ganzen Woche großen Wert auf Toleranz, Teamfähigkeit, Respekt und Geduld und wurde nicht müde, dies immer wieder auch von den Kindern einzufordern.
In kürzester Zeit entwickelte sich ein geschützter Raum, in dem sich die Kinder unabhängig von ihrer ethnischen und sozialen Herkunft frei und individuell entfalten und gemeinsam wachsen konnten. Durch eine gelungene Mischung aus „fördern und fordern“ schaffte es Frau Trüün aus den vielen unterschiedlichsten Kindern eine große Einheit zu formen. Zusammengefasst zu einem großen gemeinsamen Chor, die großartige Musik Bach gemeinsam singend, lernten die Kinder Verantwortung zu übernehmen. Sie lernten, dass jede Stimme zählt, je mehr Stimmen desto komplexer und lebendiger wurde die Musik. Sie lernten auf die Stimmen der anderen Kinder zu hören und auf sie zu reagieren – ein demokratisches Grundverständnis. Durch das gemeinsame vielstimmige Singen, das Einhalten von Regeln, das Aushalten anderer Meinungen und Stimmen entstand etwas wirklich Großes. Davon konnten sich Alle im Abschlusskonzert im Theater an der Blinke vor ausverkauftem Haus ein Bild machen. Das Konzert wurde zu eine Lehrstunde über Gemeinschaft und ein friedliches Miteinander.
Teilnehmende Schulen:
Daalerschule
Plytenbergschule
Gutenbergschule
Friesenschule
TGG
UEG
Gespräch mit Rabbiner Levi Israel Ufferfilge
Am Donnerstag, den 25. September 2025 fand um 11:20 Uhr das Begegnungsformat mit Rabbiner Levi Israel Ufferfilge und 40 Schüler:innen des 11. Jahrgangs der BBS II in Leer statt. In einer 90-minütigen Veranstaltung sprach Rabbiner Ufferfilge über das jüdische Gemeindeleben in Oldenburg, sein Alltagsleben als Rabbiner, über jüdische Gemeinden in Deutschland und seine Erfahrungen mit Antisemitismus. Er ist Verfasser des Buches "Nicht ohne meine Kippa".
Er schlug einen Bogen von der Geschichte in die Gegenwart und befragte ebenfalls Schüler:innen nach ihren Erfahrungen. Über seinen Werdegang und sein Blick auf aktuelles jüdisches Leben sprach er nahbar und authentisch.
Sein dialogorientierter Vortrag regte die Schüler:innen an, ihre Fragen und Anmerkungen direkt zu stellen. Dies nutzte eine Anzahl von Schüler:innen, und es entwickelte sich ein reger Austausch mit der Schülerschaft. Es zeigte sich, dass der Einblick in konkrete Alltagssituationen und über jüdische Kultur bei den Schüler:innen auf Interesse stießen. Dieses Begegnungsformat ermöglichte Schüler:innen einen Einblick und einen Kontakt zu einem Mitglied der jüdischen Gemeinde. Ziel des Begegnungsformats soll es sein, einen differenzierten Blick auf religiöse Vielfalt in Deutschland zu bekommen, um damit zu sensibilisieren und zur Selbstreflexion anzuregen.
Das Begegnungsformat wurde mit Frau Schürmann, Schulpastorin an der BBS II, organisiert und von der Schulleitung positiv begleitet. Die Lehrkraft äußerte grundsätzliches Interesse an weiteren Begegnungsformaten mit Schüler:innen.
Die Ehemalige Jüdische Schule Leer bedankt sich für die Möglichkeit, dass dieses Begegnungsformat finanziell gefördert wurde und Schüler:innen daran teilhaben konnten.
Graffiti-Workshop
Unser Graffiti-Workshop hat gezeigt, wie viel Talent in unseren Teilnehmenden steckt. Unter professioneller Anleitung haben die Jugendlichen grundlegende Elemente der Graffitikunst kennengelernt: von den ersten Skizzen auf Papier über das Kennenlernen verschiedener Techniken bis hin zum sicheren Umgang mit der Spraydose.
Bildergalerie (10 Bilder)
Im gemeinsamen Prozess entstanden individuelle Schriftzüge und schließlich ein großes gemeinsames Graffiti, in dem viele verschiedene Ideen zusammengeflossen sind.
Die Jugendlichen haben nicht nur künstlerische Techniken gelernt, sondern auch Teamarbeit, Mut zu eigenen Ideen und Freude am Ausprobieren erlebt.
Vortrag "Antisemitismus im Kontext von Verschwörungsideologien"
Antisemitismus im Kontext von Verschwörungsideologien
… unter diesem Titel hatten wir im September Katarzyna Miszkiel-Deppe von RIAS Niedersachsen in der Ehemaligen Jüdischen Schule zu Gast.
In dem etwa 90-minütigen Vortrag ging es neben den vielen verschiedenen Erscheinungsformen von Antisemitismus, um sein Vorkommen in der Welt der Verschwörungen. Verdeutlicht wurde die Thematik anhand zahlreicher Fallbeispiele.
Ebenfalls vorgestellt wurde der neue Jahresbericht von RIAS. Darin beschrieben und grafisch aufbereitet sind antisemitische Vorfälle, die RIAS Niedersachsen 2024 gemeldet wurden. So erfasste RIAS etwa 650 Vorfälle über das gesamte Jahr, was durchschnittlich 12 Ereignissen pro Woche entspricht. Dies sei ein Anstieg von 86% im Vergleich zu 2023, so der Bericht.
Lesung und Gespräch mit Historikerin und Aktivistin Leonie Plaar (Frau Löwenherz)
Wie Rechtsextremismus uns entzweit – und wie wir dagegenhalten
Rund 150 Personen folgten am 6. November 2025 der Einladung ins Zollhaus Café zur Lesung und zum Gespräch mit der Historikerin und Aktivistin Leonie Plaar (Frau Löwenherz). In einer eindrucksvollen Mischung aus persönlicher Erzählung und politischer Analyse stellte Plaar ihr Buch „Meine Familie, die AfD und ich“ vor.
Sie berichtete offen von der Radikalisierung innerhalb ihrer eigenen Familie und davon, wie politische Spaltungen heute bis in private Beziehungen reichen. Viele Gäste zeigten sich berührt von Plaars Schilderungen über den schmerzhaften Bruch mit ihrem Umfeld und die Mechanismen, die solche Entwicklungen begünstigen.
Im anschließenden Gespräch entwickelte sich eine intensive Diskussion über Rechtsextremismus, gesellschaftliche Verantwortung und Handlungsmöglichkeiten im Alltag. Zahlreiche Fragen aus dem Publikum machten deutlich, wie groß das Bedürfnis nach Austausch und Orientierung ist.
Die Veranstaltung endete mit Applaus und dem Gefühl vieler Gäste, neue Perspektiven und Impulse mit nach Hause zu nehmen.
Workshop »Argumentieren gegen Stammtischparolen« mit Tim Tjettmers
Der Workshop „Argumentieren gegen Stammtischparolen“ mit Tim Tjettmers fand am 1. November sowie am 30. November 2025 auf dem Dachboden des Zollhauses statt und stieß auf große Resonanz.
An beiden Terminen nutzten zahlreiche Interessierte die Gelegenheit, sich intensiv mit diskriminierenden Parolen, ihren Mechanismen und wirksamen Gegenstrategien auseinanderzusetzen.
Unter Anleitung des zertifizierten Trainer Tim Tjettmers erarbeiteten die Teilnehmenden Grundlagen zu Vorurteilen, tauschten persönliche Erfahrungen aus und probierten verschiedene Techniken der schlagfertigen Intervention aus. Die praxisnahen Übungen sowie der Bezug zur KonterBUNT-App boten dabei wertvolle Impulse für den Alltag.
Das Projekt wurde im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert, weshalb es kostenfrei angeboten werden konnte. Die positiven Rückmeldungen zeigen: Zivilcouragiertes Handeln lässt sich lernen – und gemeinsam gelingt es leichter.