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Sommerhitze

Lange Zeit im Jahr sehnen wir uns nach dem Sommer – hält die sommerliche Wärme aber über mehrere Tage oder Wochen an, kann die Hitze zur Belastung werden. Hochsommerliche Temperaturen erfordern daher ein angepasstes Verhalten. Der Landkreis Leer gibt Tipps.

Im Zuge des Klimawandels ist die weltweite Durchschnittstemperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnungen um etwa 1 Grad Celsius gestiegen. Laut einer Studie der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) ist Europa der sich am schnellsten erwärmende Kontinent.

Es ist zu erwarten, dass neben dem Anstieg der Durchschnittstemperatur auch die Anzahl heißer Tage und längerer Hitzeperioden, sogenannter Hitzewellen, zunehmen wird.

Welche Gruppen sind besonders gefährdet?

Dazu zählen alleinstehende ältere und pflegebedürftige Menschen, Säuglinge und Kleinkinder, Menschen unter bestimmter medikamentöser Behandlung (wie Beruhigungsmittel, entwässernde und blutdrucksenkende Medikamente), Konsumenten von Alkohol und psychoaktiv wirkenden Drogen oder auch Menschen, die im Freien arbeiten oder Sport treiben.


Tipps gegen Hitze - Sofort-Maßnahmen

  • Halten Sie sich so weit wie möglich von der Hitze fern, auch nachts, vermeiden Sie anstrengende körperliche Aktivitäten und stellen Sie sicher, dass Kinder und Tiere nicht in geparkten Fahrzeugen zurückgelassen werden.
  • Halten Sie Ihren Körper kühl und hydratisiert. Verwenden Sie leichte und locker sitzende Kleidung und Bettwäsche, nehmen Sie kühle Duschen oder Bäder und trinken Sie regelmäßig, vermeiden Sie Alkohol, Koffein und zuckerhaltige Getränke. Versuchen Sie, wenn nötig und möglich, 2–3 Stunden am Tag an einem kühlen Ort zu verbringen.
  • Halten Sie Ihr Zuhause so kühl wie möglich. Nutzen Sie die Nachtluft zur Kühlung Ihrer Wohnung und reduzieren Sie tagsüber die Wärmelast in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus durch den Einsatz von Jalousien oder Rollläden.
  • Holen Sie ärztlichen Rat ein, wenn Sie an einer chronischen Erkrankung leiden oder mehrere Medikamente einnehmen. Wenn Sie sich schwindelig, schwach oder ängstlich fühlen oder starken Durst und Kopfschmerzen verspüren, gehen Sie an einen kühleren Ort.
  • Helfen Sie anderen, indem Sie nach Familie und Freunden schauen, einschließlich älterer Menschen, die allein leben.

Welche Formen hitzebedingter Notfälle gibt es?

Hitzeschlag

Der Organismus nimmt mehr Wärme auf als er wieder an die Umgebung abgeben kann. Ein Hitzeschlag entwickelt sich sehr schnell, es besteht Lebensgefahr.

Symptome: Körpertemperatur über 39 Grad Celsius, heiße, rote, trockenen Haut, Kopfschmerzen, Schwindel Verwirrtheit, Bewusstseinseintrübung bis zum Bewusstseinsverlust, Krampfanfälle.

Hitzekollaps

Die hitzebedingte vermehrte Durchblutung der Haut führt zu einer kritischen Blutdruckabsenkung.

Symptome: Bewusstseinsverlust und Zusammenbruch

Hitzeerschöpfung

Mildere Form der Hitzebelastung. Anhaltende hohe Temperaturen und unzureichende Flüssigkeitszufuhr führen zu zunehmender Schwäche, Muskelkrämpfen, Übelkeit, Schwindel, Verwirrtheit, Fieber und wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden, drohen auch hier Kreislaufkollaps und Bewusstseinsverlust.

Hitzekrämpfe

Hitzekrämpfe treten bei starker Anstrengung und damit verbundenem vermehrten Schwitzen besonders im Bauch, in Armen und Beinen auf.

Hitzeausschlag

Reizung der Haut als Folge übermäßiger Schweißabsonderung.

Symptome: Rote Pickelchen oder kleine Bläschen.

Sonnenbrand

Schädigung der Haut durch Sonnenbestrahlung. Säuglinge und Kleinkinder sind besonders gefährdet und gehören nicht in die direkte Sonne.

Symptome:

  • Grad eins: Leichter Sonnenbrand - die betroffenen Hautstellen sind gerötet und überwärmt, spannen und sind oft auch leicht geschwollen.
  • Grad zwei: Es bilden sich Bläschen auf der Haut.
  • Grad drei: Schwere Verbrennung - die obersten Hautschichten sind zerstört und lösen sich ab.

Sonnenstich

Starke Sonneneinstrahlung auf den unbedeckten Kopf führt zu einer Entzündung der Hirnhäute und einer gefährlichen Schwellung des Hirngewebes.

Symptome: Starke Kopfschmerzen, Nackensteife, Lichtscheu, Übelkeit, Erbrechen, Bewusstseinseintrübung

Notfall? Notruf wählen!

Bei folgenden Symptomen im Zusammenhang mit Hitzeerscheinungen sollte sofort der Rettungsdienst bzw. der Notarzt alarmiert werden:

  • heftige Kopfschmerzen
  • unstillbares Erbrechen
  • sehr hohe Körpertemperatur (über 39°C)
  • plötzliche Verwirrtheit
  • Krampfanfall
  • Bewusstseinstrübung
  • Kreislaufzusammenbruch
  • Bewusstlosigkeit
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