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Schutz für Igel: Ein geschützter Wildtierbewohner unserer Gärten

Wertvolle Informationen zum Schutz für Igel im eigenen Garten.

Der Westliche Igel (Erinaceus europaeus) ist in Deutschland weit verbreitet und steht nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) unter besonderem Schutz. Er lebt bevorzugt in strukturreichen Landschaften mit Gärten, Hecken und Gehölzen und ist ein wichtiger Bestandteil unserer heimischen Tierwelt.

Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv. Auf der Suche nach Nahrung oder einem geeigneten Unterschlupf legen sie in einer Nacht oft mehrere Kilometer zurück. Den Winter verbringen sie im Winterschlaf, in der Regel von November bis März.

Igel auf Baumstamm
© 65742538 - AdobeStock.com

Gefahren für den Igel

In den vergangenen Jahren sind die Igelbestände vielerorts deutlich zurückgegangen. Dafür gibt es mehrere Ursachen.

Ein zunehmend großes Problem ist der Einsatz von Mährobotern. Diese arbeiten leise und autonom und werden daher häufig auch in der Dämmerung oder nachts eingesetzt - genau zu der Zeit, in der Igel aktiv sind.

Bei Gefahr flüchtet der Igel meist nicht, sondern rollt sich zu einer Kugel zusammen und verlässt sich auf sein Stachelkleid. Gegen die rotierenden Messer eines Mähroboters bietet dieses natürliche Schutzverhalten jedoch keinen Schutz. Bei Zusammenstößen kommt es häufig zu schweren Schnittverletzungen, die für die Tiere oft lange Leidenszeiten oder sogar den Tod bedeuten.
Derzeit bieten auch technische Schutzmechanismen vieler Geräte keinen zuverlässigen Schutz für Igel und andere Kleintiere.

Weitere Ursachen für den Rückgang der Igelpopulation sind neben dem Straßenverkehr auch der Verlust von Lebensräumen durch Versiegelung und intensive Bebauung, strukturarme Gärten mit wenigen Versteckmöglichkeiten sowie die intensive Gartenpflege und der Einsatz von Pestiziden.

Igel im Garten schützen

Mit einfachen Maßnahmen können Sie Ihren Garten igelfreundlich gestalten und gleichzeitig die Artenvielfalt fördern:

  • Mähroboter nur tagsüber betreiben, nicht in der Dämmerung oder nachts
  • Beim Kauf eines Mähroboters auf Kollisions- oder Hinderniserkennung achten
  • Den Rasen weniger häufig mähen, damit Insekten und Wildpflanzen erhalten bleiben
  • Ungemähte Bereiche oder eine kleine Wildblumenfläche anlegen
  • Laub- und Reisighaufen als natürliche Verstecke im Garten liegen lassen
  • Hecken und dichte Sträucher als Schutz- und Rückzugsorte erhalten
  • Vor Arbeiten mit Motorsense oder Rasentrimmer unter Hecken und Büschen prüfen, ob sich dort Tiere aufhalten
  • Im Herbst Laubhaufen nicht sofort entfernen: Sie können als Winterquartier dienen


Tipp: Igel willkommen heißen

Gärten können für Igel wichtige Lebensräume sein. Kleine Durchgänge (ca. 13 × 13 cm) in Zäunen ermöglichen den Tieren den sicheren Wechsel zwischen benachbarten Gärten.
Wichtig: Sprechen Sie eine solche Öffnung unbedingt vorher mit Ihren Nachbarn ab.

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